Als wichtigstes europäisches Kommunikationszentrum nimmt Augsburg zu Beginn der Neuzeit eine herausragende Stellung ein. Bedeutende Handelshäuser wie das der Fugger nutzten die Infrastruktur der Post zur zeitnahen Kommunikation mit ihren Filialen. Aktuelle Berichte jedweder Art aus allen Regionen Europas liefen so in Augsburg zusammen. Mit den sogenannten Fuggerzeitungen (1568–1605) ist eine besonders eindrucksvolle Sammlung überliefert. Sie beinhaltet über 16 000 handschriftliche Nachrichten aus ganz Europa und den überseeischen Kolonien in Amerika und Indien. Die vorliegende Studie analysiert den Inhalt dieser Nachrichten und geht der Frage nach, zu welchem Zweck sie eingefordert, gesammelt und aufbewahrt wurden. Dabei zeigt sich, dass die Fuggerzeitungen nur zu einem geringen Teil wirtschaftliche Informationen enthielten. Weitaus umfangreicher waren politische und militärische Nachrichten. Am legendären Beispiel der Fuggerzeitungen entwickelt dieses Buch ein spannendes Bild des frühneuzeitlichen Nachrichtenwesens an der Schwelle zur Etablierung der europäischen Zeitungslandschaft. Die Erschließung der Organisationsstrukturen und die Vorstellung seiner Akteure führt erstmals die Leistung der Fuggerzeitungen für den Aufbau einer neuzeitlichen Informationskultur vor Augen.
Dieser Buchtitel ist Teil des Digitalisierungsprojekts Springer Book Archives mit Publikationen, die seit den Anfängen des Verlags von 1842 erschienen sind. Der Verlag stellt mit diesem Archiv Quellen für die historische wie auch die disziplingeschichtliche Forschung zur Verfügung, die jeweils im historischen Kontext betrachtet werden müssen. Dieser Titel erschien in der Zeit vor 1945 und wird daher in seiner zeittypischen politisch-ideologischen Ausrichtung vom Verlag nicht beworben.
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