Das vorliegende Buch ist auf Anregung des Verlags Vieweg als in sich selbständiger Band zu Kernthemen der Baubetriebslehre entstanden. Primäre Zielgruppe des Buches sind Lernende, von Studierenden des Bauingenieurwesens bis zu Studierenden in der postuniversitären Weiterbildung. Ihnen und den interessierten Praktikern soll der Kenntnisstand zum Projektmanagement im Bauwesen am Ende des ausgehenden Jahr tausends in seinen Kernkompetenzen in leicht verständlicher Form vermittelt werden. Eine ausgesprochene Besonderheit ist die Autorenschaft: Nach gemeinsamer Abstimmung der Basisstrategie und der zugeordneten Arbeitsfelder hat jeder Autor seine Teile weitestgehend unabhängig in das vereinbarte Konzept eingepaßt. Die Handschrift eines jeden blieb dabei erhalten. Bei der Durchgängigkeit der Basisphilosophien gab es ohnehin keine Konflikte. Alle drei Autoren sind Professoren an bayerischen Hochschulen und stimmen sich laufend zu den sachlichen Themen des Projektmanagements ab. Gleichzeitig sind alle drei Gesellschafter jeweils verschiedener unabhängiger Ingenieurbüros und stehen sich trotz unterschiedlicher Schwerpunkte im Markt nicht selten als Konkurrenten gegenüber. Dies soll dem lernenden Leser zeigen, daß auch in einem während der letzten Jahre völlig neu strukturierten Immobilienmarkt und in einer schwierigen Wettbewerbssituation, die mittlerweile auch die Dienstleister erreicht hat, der Mut zur gemeinsamen Meisterung der Zukunft durch Projektmanagement bleibt. Philosophien, Strategien, Kenntnisse und Methoden soll dieses Buch für Nutzer und Dienstleister der Zukunft vermitteln. Bei Personenbezeichnungen schließt der Gebrauch des männlichen Geschlechts (z.B. Projekt steuerer, Bauherr) keinesfalls das weibliche Geschlecht aus. Ebensowenig schließtder Ge brauch der Einzahl die Mehrzahl aus (wo dies der Sinn erlaubt) und umgekehrt. Auf einge bürgerte Kunstformen (z.B. Bauherrin) wurde verzichtet.
Projekt, Projektmanagement und Projektsteuerung sind Begriffe, die gerade im Bauwesen häufig auftreten. Obwohl diese Begriffe zum Teil normiert sind, werden sie in der Praxis unterschiedlich verwendet. Bevor im Weiteren Leistungsgegenstände, Leistungsdefinitionen und Leistungsinhalte behandelt werden, erscheint eine KlarsteIlung der Begriffe und der Kon zeption des Projektmanagements sinnvoll. 1.1 Projektbegriff Projekte, Projektwirtschaft und Projektmanagement sind keine Erfindungen der Neuzeit. Ohne systematische Bewältigung komplexer Vorhaben wären beispielsweise weder die Pyramiden im alten Ägypten noch antike Weltwunder entstanden. Heute findet man Großprojekte nicht nur im Bereich der Baukunst, sondern in einer Vielzahl von Bereichen wie Forschung und Entwicklung, Raumfahrt, Rüstung usw. Gerade in Berei chen außerhalb des Bauwesens verbreiteten sich ab Ende der 50er Jahre zunehmend methodische Vorgehensweisen für die Durchführung von Projekten mit Computerunter stützung. Projektmanagement mit Computerunterstützung begann in den USA mit der Ent wicklung der Netzplantechnik und setzte sich wenige Jahre später auch im deutschsprachigen Raum fort. Zunehmend wurden englische und deutsche Begriffe gemischt und unterschiedlich verwendet. Zur Begriffsvereinheitlichung bildete sich 1967 der Ausschuss für Netzplantechnik im Deut schen Normenausschuss, dessen Benennung später auf das Projektmanagement ausgedehnt wurde. Ein wesentliches Arbeitsergebnis dieses Ausschusses ist die DIN 69901 [1]. Sie präzisiert Projekt als Vorhaben, das im Wesentlichen durch Einmaligkeit der Bedingungen in der Ge samtheit gekennzeichnet ist, wie z. B.
Die wichtigsten Strategien, Kenntnisse und Methoden zum Projektmanagement in der Baubetriebslehre sind in diesem Fachbuch einfach und verständlich zusammengefasst. Gerade die immer schwieriger werdende Wettbewerbssituation macht eine strukturierte und nachvollziehbare Planung aller Leistungen erforderlich. Die Autoren erläutern das dazu erforderliche Vorgehen. Durch seinen klaren Aufbau ist das Buch auch für das Selbststudium geeignet. Die 4. Auflage berücksichtigt aktuelle Normungen, Kostenentwicklungen und statistische Werte.