Alle werden gewinnen oder eine wird alles verlieren. Die rot-grüne Bundesregierung hat ihr politisches Schicksal eng an den Erfolg des "Bündnisses für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit" gekoppelt. Ein Mißerfolg des Bündnisses dürfte ihr Scheitern, ein Erfolg könnte ihre Wiederwahl bedeuten.Das Bündnis ist mehr als das wichtigste Werkzeug im eiligen Einsatz gegen die Arbeitslosigkeit. Es bildet zugleich die politische Bühne, auf der in Deutschland die Zukunft der Arbeitsgesellschaft und des Sozialstaates verhandelt wird. Der Vorhang ist auf und noch jede Frage offen. Die Bündnis-Akteure stehen im historischen Rampenlicht, jetzt sind sie gezwungen, Geschichte zu machen. Ob das Bündnis als Stückwerk oder als Meisterstück endet, ob es zur Blamage oder der große Wurf wird - noch ist der Bündnis-Prozeß ereignis- und ergebnisoffen.Alles ist ungewiß, viele wissen wenig: Was man davon halten soll, was daraus werden wird, wie es bislang überhaupt funktioniert - das zentrale innenpolitische Projekt, wechselweise im Scheinwerferlicht und unter Geheimhaltungspflicht, ist Gegenstand zahlloser Berichte, Kommentare und Interviews. Im Widerstreit von Drohungen und Ermutigungen, in der Fülle der Deutungen und Vermutungen verschwimmen Kontur und Konzeption des Bündnisprojekts.Das "Bündnis-Buch" des Westdeutschen Verlages will Einblicke in die inzwischen gewachsene Konstruktion und die potentielle Karriere dieses Projekts verschaffen. Mit Tiefenschärfe und immer neuen Perspektivwechseln wird das - so sein offizieller Name - "Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit" ausgeleuchtet, geröngt und in gesellschaftspolitische Zusammenhänge eingeordnet.
Mitglieder gesellschaftlich relevanter Gruppen repräsentieren in dem weltweit einmaligen deutschen Aufsichtsmodell der Rundfunkräte die Allgemeinheit. Auch die Gewerkschaften können Vertreter in diese Gremien entsenden. Gewerkschaftliche Medienpolitik und die Arbeit der Aufsichtsgremien in öffentlich-rechtlichen Sendern und Landesmedienanstalten wurden bisher von der Forschung kaum untersucht. Wie gehen die Organisationen mit dieser Aufgabe um, welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen gibt es und wie steht es um Information, Transparenz und Vernetzung? Diesen Fragen geht die mehrdimensional angelegte Studie zu Zustand und Zukunft der arbeitnehmerorientierten Medienpolitik nach. Sie untersucht vor dem Hintergrund des politik-, medien- und kommunikationswissenschaftlichen Diskurses deren Grundlagen und Chancen. Dabei liegt ein Fokus auf den Anforderungen an Governance in den Medien.
Die in Deutschland diskutierten Modelle und Fragen zu Regulierung, Partizipation und Mitbestimmung in den elektronischen Medien sind auch in anderen europäischen Staaten relevant. Die AutorInnen aus Wissenschaft und Praxis thematisieren dabei insbesondere die Beteiligung der Zivilgesellschaft. Da sich die Medienpolitik zunehmend auf europäischer Ebene abspielt, ist es sinnvoll, die europäischen wissenschaftlichen Ergebnisse mit den Erfahrungen von PraktikerInnen zusammenzuführen und zu diskutieren.