Sama Maani – författare
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Häftad, Tyska, 2015
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Tyska, 201684 kr
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Ein sprachlich virtuos gearbeiteter Text, eine glänzende Parodie, die schonungslos Identitätszuschreibungen in Frage stellt. Im Spiel mit Klischees, deren Doppelbödigkeit durch groteske Überzeichnung erst erkennbar wird, werden scheinbar die Abgründe der österreichischen, der Schweizer, aber auch der persischen „Seele" ausgelotet. Doch der aus Persien stammende Protagonist ist genauso ein „typischer" Österreicher, der die Ressentiments seiner Schweizer Nachbarn auf sich zieht, wie er ein „typischer" Zuwanderer oder „typischer" Perser ist, also letztlich überall untypisch, und somit wieder sehr gewöhnlich für die heutige Zeit. So werden seine an einen Schelmenroman erinnernden Abenteuer zum grotesken Lebensweg eines Gewöhnlichen, der sich das Außergewöhnliche seiner Biografie selbst immer wieder neu erschaffen muss. - Vladimir Vertlib
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Tyska, 2017112 kr
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Heute scheint auch der Weltoffene, wenn es um Fremde geht, nicht ohne ausdrückliche Betonung von deren Zugehörigkeit zu einer ''anderen Kultur'' auszukommen. Mehr noch: Als Mensch mit Migrationshintergrund wird der Fremde seine Zugehörigkeit zu einer ''fremden Kultur'' auch in den Folgegenerationen nicht los. Welches Konzept von Gesellschaft steckt hinter der Inflation des Begriffs ''Kultur'' in der aktuellen Debatte (''fremde Kultur'', ''unsere Kultur'', ''Leitkultur'', ''Multikulturalität'' etc.)? Welche Art Unterschiede sollen ''kulturelle'' Unterschiede denn sein? Gelten für Angehörige ''anderer Kulturen'' andere Maßstäbe hinsichtlich Demokratie, Freiheit und Recht? Im untertitelgebenden Essay plädiert Sama Maani eindrücklich dafür, derartigen?''Kultur''zuschreibungen den Respekt zu verweigern.Aber auch in den anderen fünf Beiträgen ist der Autor, ''ein Iraner mit einem ›außereuropäischen Migrationshintergrund‹'' (Maani über Maani), mit (psycho-)analytisch geschultem Blick und treffenden Formulierungen um klärende Zuspitzung bemüht. So fragt er in Warum wir über den Islam nicht reden können, warum wir, wenn wir vorgeben, über den Islam zu reden, über alles mögliche andere (Terrorismus, Migration, ''Integration'') reden, nur nicht über den Islam.Emma und die Revolutionen im Iran versucht den Charakter der iranischen?Revolutionen und ihre Reinszenierungen mit Hilfe von Sigmund Freuds und Walter Benjamins Theorien der Nachträglichkeit zu analysieren. Die Frage, warum manche dem Staat Israel eine besondere moralische Verantwortlichkeit zuschreiben, während ihn andere als ''Ursache allen Übels'' ansehen, versucht der Autor in Warum uns Israel erregt zu beantworten. Als pointierte Verteidigung der Psychoanalyse erweist sich der Beitrag Warum uns Psychotherapie nicht weiterhilft.
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Tyska, 2018163 kr
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Teheran Wunderland spielt nicht in Teheran, sondern in einer Provinzstadt der Deutschsprachigen Berge. In einem Gasthof haben sich drei aus Teheran gebürtige Brüder zu einer ungewöhnlichen Gerichtsverhandlung versammelt. Die Brüder kämpfen für eine zweite Revolution in Teheran, da die erste, an der sie vor Jahren selbst beteiligt waren, gescheitert ist. Auch wenn sie nicht wissen, wann – und ob – diese ihre zweite Revolution siegen wird – eines wollen sie schon jetzt: die revolutionäre Gerechtigkeit. Jetzt und hier, in den Deutschsprachigen Bergen, im engsten Kreis der Familie. Daher die Gerichtsverhandlung. Einer der Brüder wird von den anderen verdächtigt, mit dem Regime der Klerikalen kollaboriert zu haben. Und während er seine Geschichte erzählt – die Geschichte eines jungen, romantisch gesinnten Verfassers von Gedichten und revolutionären Parolen – verändert sich die Miene seines jüngeren Bruders. Auch er hat jetzt eine Geschichte zu erzählen. Und es scheint, als hätte die Geschichte des einen – nachträglich – die des anderen verändert. Und diesen selbst. Mit dramatischen Folgen.
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Tyska, 2021233 kr
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In der Islamischen Republik Teheran trägt sich Beunruhigendes zu. Im ganzen Land kursieren Fragmente eines seltsamen Textes, die man mit Monty Pythons Killer Joke vergleichen könnte – einem Witz, dessen Zuhörer oder Leser vor Lachen sterben. Zwar ist das Lesen jener geheimnisvollen Fragmente nicht tödlich. Es führt jedoch bei empfänglichen männlichen Lesern zu einer radikalen Veränderung der Persönlichkeit, mitunter auch des Körpers. Die Betroffenen fühlen sich als Frauen und entwickeln die Vorstellung, sie hätten die Pflicht mit niemandem Geringeren als mit Gott ein neues Geschlecht von TeheranerInnen zu zeugen.Bei der Suche nach den Urhebern dieses die Existenz der Islamischen Republik gefährdenden Textes stoßen die Geheimdienste des Regimes auf die Spur Kardans, eines in Teheran äußerst beliebten, seit der islamischen Revolution inhaftierten Schauspielers und Regisseurs, den die sogenannten Reformfaschisten unter den islamischen Herrschern dazu bewegen wollen, ihnen bei der Produktion der "beliebtesten Fernsehserie aller Zeiten" zu helfen.Eine zweite Spur führt in das "Haus des Vergessens des Internats Islamischer Mädchen", in dem den Internatsschülerinnen die Möglichkeit geboten wird, den Inhalt ihres Lieblingsbuches mithilfe eines Brain-Computer-Interface aus ihrem Gedächtnis zu löschen, so dass sie den Genuss der ersten Lektüre – frei von der Erinnerung an diese – wiederholen können. Dass die Anwendungsmöglichkeiten der Technologie dieses Hauses nicht auf das Vergessen von Büchern beschränkt bleiben, liegt auf der Hand.
Inbunden, Tyska, 2025
213 kr
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Tyska, 2025109 kr
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Begegnungen, Erlebnisse und Erfahrungen, die im Rahmen von Lesereisen rund um den Globus gemacht wurden, stehen im Zentrum dieses Bandes. Neunzehn Autorinnen und Autoren aus Osterreich erzahlen davon, was es bedeutet, mit literarischem Auftrag zu reisen. Die Texte sind durchwegs im Zusammenhang mit Aufenthalten entstanden, die durch das osterreichische Au enministerium sowie die osterreichischen Kulturforen und Botschaften ermoglicht wurden. Sie belegen auf beeindruckende Art die Internationalitat der Literatur, ihre thematische und formale Offenheit und die vielfaltigen Interessen osterreichischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Mit Texten von: Luna Al-Mousli, Katherina Braschel, Paul Divjak, Marie Gamillscheg, Andrea Grill, Elias Hirschl, Peter Karoshi, Margarita Kinstner, Erich Klein, Gertraud Klemm, Angela Lehner, Sama Maani, Ana Marwan, Anna-Elisabeth Mayer, Karin Peschka, Teresa Praauer, Sophia Lunra Schnack, Cornelia Travnicek und Daniel Wisser.
159 kr
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Identitätspolitik steckt in der Sackgasse: Empowerment wird auf Gender-Sternchen und die Vermeidung des N-Worts verkürzt. Überall sollen Minderheiten vor möglichen Verletzungen geschützt werden – in Uniseminaren, Kunst und Mode, im Netz und bei öffentlichen Events. Für alle, die Politik nicht mit eigener Betroffenheit belegen, schließt sich die Debatte. Wer mit der anspruchsvollen Pflichtlektüre nicht hinterherkommt, ist raus. Die solidarische Kritik an diesen Exzessen wird zum Dilemma in einer Zeit, in der Rechte gegen Unisextoiletten und die "Ehe für alle" hetzen – und Linke darin "Pipi fax" oder den Aufstieg von Trump begründet sehen. Zwischen Abwehr und Abschottung richtet der Band den Blick auf die Fallstricke der Identitätspolitik und sucht nach Allianzen jenseits von Schuldzuweisungen und Opferkonkurrenz.