Stefan Abel – författare
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Inbunden, Tyska, 2026
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In einem Paradigmengebet und einer Reimrede verarbeitet Hensel Lebenter, ein Nürnberger Kandelgießer, seine Haft im Schuldturm und schildert in seiner ›Lochordnung‹ die Bedingungen in den Nürnberger Lochgefängnissen unter dem Rathaus. Diese dilettantische Gefängnisdichtung des "kleinen Mannes", datierbar auf die Zeit zwischen 1500 und 1530, ist zwar keine "große" Literatur, sie beeindruckt jedoch, weil sich darin die Grenzen zwischen literarischer Inszenierung und tatsächlichem Erlebnis fortwährend überlagern. Lebenters Texte geben Einblick in das um 1500 geschriebene bzw. gesprochene Nürnbergisch und enthalten teils detailreiche Anspielungen auf Gepflogenheiten und Abläufe der Gefängnishaft. Literaturgeschichtlich von Interesse sind die Inszenierung von Autorschaft, die Rezeption durch das städtische Publikum und Bezüge zu mittelalterlicher Gefängnis- literatur (prison writing) auch außerhalb Nürnbergs.
Inbunden, Tyska, 2025
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Unsere Welt ist über sprachliche, kulturelle und nationale Grenzziehungen hinweg durchsetzt von Vernetzungen und Querverbindungen auf vielerlei Ebenen. Auch in der Mediävistik lassen sich textliche Artefakte intertextuell auf darin verwobene Vernetzungen hin untersuchen. In welchem Verhältnis stehen Quellen, Vorlagen, Bearbeitungen und Übersetzungen zueinander? Welche Textvarianzen gibt es in der Überlieferungs- und Textgeschichte? Wie stellen sich kultureller Austausch und Grenzüberschreitungen innerhalb Europas, aber auch zwischen Okzident und Orient dar? Welche transmedialen Verknüpfungen von Text und Bild und was für Wissensnetzwerke gibt es? Wie lassen sich die vielfältigen und teils unüberschaubaren Vernetzungen zwischen Texten und Menschen heutzutage mit digitalen Mitteln aufbereiten und zugänglich machen? Die hier versammelten Beiträge widmen sich dem Thema »Vernetzungen« aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln.
Del 60 - Spätmittelalter, Humanismus, Reformation / Studies in the Late Middle Ages, Humanism, and the Reformation
Johannes Nider 'Die vierundzwanzig goldenen Harfen'
Edition und Kommentar
Inbunden, Tyska, 2011
2 560 kr
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Mit 'Die vierundzwanzig goldenen Harfen' (vor 1428) verfasst der observante und universitär gebildete Dominikaner und bedeutende Reformaktivist Johannes Nider (gest. 1438) ein umfangreiches und weit verbreitetes Prosawerk in der Volkssprache. Nach Maßgabe der Frömmigkeitstheologie Wiener Prägung ('Wiener Schule') und mit dem Ziel einer Monastizierung der Laienwelt vermittelt er darin simplices die Grundlagen des christlichen Glaubens und gibt Orientierung für ein gottgefälliges Leben im Alltag. Das Werk geht auf in Nürnberg gehaltene Reihenpredigten zurück, die Nider auf Bitte ehrbarer Frauen der Nürnberger Oberschicht zum Lesetraktat umgestaltet. Als Hauptquelle beruft er sich auf Johannes Cassians 'Collationes patrum', zitiert aber auch Heinrich Seuse und andere Autoritäten. Stefan Abel legt den frühneuhochdeutschen Text, der sowohl den Wissensstand als auch die geistlichen Bedürfnisse der Gläubigen am Vorabend der Reformation widerspiegelt, hier erstmals vollständig ediert und umfassend kommentiert vor.