Dieser Querschnitt durch das bisher fast unzugängliche Werk des Dichters, Germanisten und Historikers Rudolf Fahrner (1903-1988), in Österreich aufgewachsen und später in Marburg, Heidelberg, Athen, Ankara, Karlsruhe und Kairo tätig) lädt zu einer Entdeckungsreise ein. Dem Leser eröffnet sich hier eine Persönlichkeit, die wie wenige andere ihre Berufung darin fand, aus dem Geist der Sprache heraus zu wirken – sei es in eigenen Dichtungen oder in Deutungen von Goethe, Hölderlin, Hofmannsthal oder Stefan George. Dichtung als zeugende und verwandelnde Lebensmacht ersteht in Fahrners Werken zu neuer, unmittelbarer Gegenwart. Das vorliegende Buch wird ergänzt durch Erinnerungen und Dokumente aus dem Leben des Autors in Band II dieser Werkausgabe (ISBN 978-3-412-20111-1).
In diesen bisher unveröffentlichten Dokumenten wird die Gestalt Rudolf Fahrners (1903-1988) als eine bedeutende geistige Figur des 20. Jahrhunderts greifbar. Aus dem Kreis um Stefan George kommend, hat sich Fahrner im Lauf seines Lebens viele Kulturzonen, Denkformen und Dichtungsweisen – westliche und östliche – erschlossen. Seine enge Freundschaft mit den drei Brüdern Stauffenberg ließ ihn zu einem Vordenker und Mitgestalter der Erhebung des 20. Juli 1944 gegen Hitler werden, zu deren wenigen Überlebenden er zählte. Das Buch ist das Zeugnis eines unabhängigen Geistes, der allen Erscheinungen mit einem Blick für das Ursprüngliche gegenüberzutreten wusste und schon früh eine Gegenstellung zu dominanten ideologischen und technokratischen Positionen seiner Zeit bezog. Eine Auswahl aus Fahrners dichterischen und deutenden Arbeiten vermittelt Band I dieser Werkausgabe (ISBN 978-3-412-20110-4).
Der ausführlich kommentierte Briefwechsel zwischen Michael Stettler (1913–2003) und Rudolf Fahrner (1903–1988) ist ein bewegendes Zeugnis der Freundschaft zwischen zwei Menschen, denen das Leben in der Dichtung und aus der Dichtung ein tiefes Bedürfnis war. Zugleich ist er ein Dokument, das wie kaum ein anderes eine frische und authentische Sicht auf das Nachleben des George-Kreises in den Jahrzehnten nach 1945 vermittelt. Michael Stettler, aus einem alten Berner Patriziergeschlecht stammend, war Architekt und Kunsthistoriker und hat sich einen Namen als Direktor des Berner Historischen Museums und der Abegg-Stiftung gemacht. Der Germanist und Historiker Rudolf Fahrner stammt aus dem österreichischen Waldviertel, studierte bei Friedrich Gundolf in Heidelberg und Friedrich Wolters in Marburg, und hat selber in Marburg, Heidelberg, Athen, Ankara, Karlsruhe und Kairo gelehrt. Beiden Autoren wurde in jugendlichem Alter die Begegnung mit Stefan George zu einem prägenden Erlebnis. Diese Edition belegt erstmals ihr Wirken und ihren intensiven gegenseitigen Austausch als Dichter.
Der Band ergänzt die 2008 erschienen 'Gesammelten Werke' I und II von Rudolf Fahrner (ISBN 978-3-412-20110-4 und 978-3-412-20111-1). Er enthält eine Auswahl seiner zwischen 1961 und 1975 verfassten 'Lyrischen Dramen'. Sie machen den Kern seines Alterswerkes aus und waren bisher nur als Privatdrucke zugänglich. Viele von ihnen kreisen um Manifestationen des west-östlichen Rittertums, dessen historische, dichterische und ethische Dimensionen Fahrner in der zweiten Lebenshälfte besonders stark beschäftigt haben. Von diesen Stücken sind hier jene sechs vereint, die orientalischen Gestalten gewidmet sind. Eine ausführliche Einleitung erleichtert dem Leser den Einstieg in diese scheinbar fremde Welt.
Book & CD. Aleppo is not perceived outside the Arab world as a "metropolis" -- at the same limo, though, the city with a five thousand year old history is one of the world's oldest cities. In this way, MYAL (My Aleppo) is to be understood as a special study about the development of the term metropolis and asks the fundamental question how a "metropolis" should be defined. Today, the city of almost three million people is the industrial and commercial capital of Syria, where, in a fascinating way, tradition and modernity, and East and West meet. MYAL (My Aleppo) attempts not only to show the "sights" of Aleppo, but to show the "inner sights" from the life of the Aleppines: city structures as well as life and customs that have been developed over centuries and now are subject to a rapid process of transformation due to altered social, economic, and political conditions. These are more everyday images of local people and foreigners, visible and invisible, from the narrow quarters of the Old City and the Souk with its noisy intimacy, the view from the Citadel out across the city, and from submerging into the partially strange and hidden worlds of Aleppo and its inhabitants. At the heart of the book are photos from the period around 1900 taken, among others, from the archive of Poche-Marrache and the archive from Thierry, Grandin, as well as photographs of different photographers from more recent years. These images are supplemented by articles From different authors about daily life in Aleppo. During the production of this book, a mood of change manifested itself in Syrian society, the results of which are not yet foreseeable. So, the articles in this volume perhaps document something that will (or may) soon belong in part to the past. The CD with songs from Abed Azrié from Aleppo completes the triad of the city along with the articles and photographs.