Ulrich H.J. Körtner befasst sich mit Schnittstellen zwischen Medizin- und Pflegeethik, Seelsorge und Diakonie. Orte, an denen diese Schnittstellen praktisch erfahrbar werden, sind Krankenhäuser und Pflegeheime. Grundlegend für die Überlegungen dieses Buches ist eine Konzeption topischer Ethik, die nach den konkreten Orten des Ethischen in Diakonie, Medizin und Seelsorge fragt. Der Begriff des Topischen möchte dabei der Dynamik und Multiperspektivität Ausdruck verleihen, welche das Feld des Medizinischen und der Pflege ebenso kennzeichnen wie die unterschiedlichen diakonischen Handlungsfelder. Das Buch gliedert sich in drei Hauptteile. Der erste Teil befasst sich mit den theoretischen und theologischen Grundlagen von Ethik im Krankenhaus. Der zweite Teil untersucht das Verhältnis von Ethik und Seelsorge. Der dritte Teil konkretisiert die ethische Grundkonzeption anhand von Einzelfragen, die sich im Umgang mit unserer Endlichkeit, unserer Gebrechlichkeit und Sterblichkeit stellen. Das Buch versteht sich ebenso als Beitrag zur klinischen Ethik wie zur Diskussion über Grundlagen und Aufgaben diakonischer Ethik, deren Gegenstand freilich weit mehr als nur die Medizin und Kranken- und Altenpflege ist.
Selbstverständnis und Ort protestantischer Theologie sind Gegenstand einer aktuellen Grundsatzdebatte, die sich an unterschiedlichen Leit- und Programmbegriffen festmacht. Zur Diskussion steht nicht nur eine Neubewertung des Kulturprotestantismus des 19. Jahrhunderts und eine neue Verhältnisbestimmung von Christentum und Kultur, sondern auch das Selbstverständnis der Theologie als Wissenschaft im Gegenüber zu den Kulturwissenschaften und zur Religionswissenschaft. Dabei verdient freilich auch das Erbe der Wort-Gottes-Theologie neue Beachtung. Die Beiträge des vorliegenden Bandes machen aus theologisch unterschiedlichen Richtungen deutlich, dass man sich vor vorschnellen falschen Alternativen hüten sollte