Heiligkeit hat viele Dimensionen: Sie ist ethisches Ideal, numinose Kraft, kostbares Gut, rituelle Handlung und transzendente Größe. Sie konstituiert sich durch kulturelle Praktiken und Diskurse rings um heilige Personen, Ideen, Objekte, Orte und Institutionen und manifestiert sich in besonderen ''Verdiensten'' – lateinisch virtus oder merita. Hierbei handelt es sich zunächst um spirituelle Qualitäten. Dennoch zeigen die kultischen Praktiken, dass christliche Heiligkeit und heiliges Charisma nicht das schlechthin Unermessliche, sondern gestufte Qualitäten sind. Sie können in ganz handfester und substantieller Weise gedacht, gemessen, be- und gehandelt werden. In diesem Sinne ist Heiligkeit ein kulturell determinierter ''Wert'', dessen unterschiedliche Aspekte auf vielfältige Weise miteinander verflochten sind.Anknüpfend an semantische und kulturanthropologische Ansätze loten die Autorinnen und Autoren die vielfältigen Wertbezüge des Sacrum zwischen Spiritualität, Materialität und Ökonomie aus. Sie präsentieren ein breites Spektrum von Möglichkeiten der Be-, Um- und Verwertung des Heiligen im ekklesialen Feld.
Der alltägliche und wissenschaftliche Umlauf des Wortes »Text« ist begleitet von weitgehender Unkenntnis über seine Sinn- und Gebrauchsgeschichte. Gilt heute nahezu jeder schriftliche sinntragende Gegenstand als Text, war dies noch vor wenigen Jahrzehnten deutlich, in der Vormoderne sogar radikal anders. Die Beiträge dieses Bandes liefern die erste breit gefächerte Historisierung der vormodernen Geschichte des Textes. Einzelstudien über Verskunst, Hagiographie, Historiographie, Briefe, Kirchenrecht, Liturgie, Theologie, universitäres Lehrschrifttum, mittelhochdeutsche Dichtungen, ländliches und städtisches Recht, Illustrationen, Malerei und Musiknotate beleuchten langfristige linguistische Profile, Momente des Wortgebrauchs und wichtige Neuerungen wie Wandlungen des Begriffs »Text«.
Die Furcht vor einer möglichen Haftung bei der Übernahme einer rechtlichen Betreuung ist bei den Betreuern stark ausgeprägt. Diese Furcht ist bei näherer Betrachtung der Haftungssituation für den Betreuer begründet und verständlich. Jedoch ist die Übernahme von Betreuungen in der heutigen Zeit unerlässlich und – wenn sie ehrenamtlich allen Widrigkeiten zum Trotz geführt wird – nicht hoch genug zu würdigen. Die Arbeit zeigt das Haftungsrisiko für Betreuer auf. Vor dem Hintergrund der Prinzipien des Betreuungs- und des Haftungsrechts wendet sie sich der Möglichkeit der Eingrenzung des Haftungsrisikos für den ehrenamtlichen Betreuer zu und begründet, warum diese mittels der Begrenzung des Haftungsmaßstabs der diligentia quam in suis geboten ist.