Der Dichter Kito Lorenc steht für sechs Jahrzehnte sorbischer und deutscher Poesie. Er liegt mit seinem Werk in vielerlei Hinsicht »dazwischen«: Er dichtete auf Sorbisch und Deutsch. Er schuf eine Ästhetik zwischen beiden Sprachen, Literaturen und Kulturen. Er übertrug aus dem Ober- und Niedersorbischen ins Deutsche, aus vielen Sprachen ins Obersorbische. Er schrieb und edierte zwischen Wissenschaft und Literatur, zwischen Gedicht, Theater und Kurzprosa. Vor allem aber war er, ganz ambivalent, zwischen Ernst und Ironie, zwischen Innigkeit und Witz zu Hause. An den Grenzen der Sprache kannte er keine natürliche Grenze. Die Monografie gibt seinen schöpferischen Werdegang in der Chronologie der Werke wieder. Als Kito Lorenc zu schreiben begann, musste er die postmoderne sorbische Dichtung erst erschaffen, doch auch für das Deutsche gilt mit Peter Handke: »Solche Gedichte hat es noch keinmal gegeben.«
Aufwuhlend und hochgradig aktuell ist diese schonungslos offene, personliche Geschichte des in Polen geborenen Juden Heinrich Bielawski, der bis zu seinem Tod in Regensburg lebte. Bis heute blieben er und seine Erinnerungen weitgehend unbekannt - dies ist die erste deutsche Ausgabe seiner fesselnden Memoiren. Trotz seines furchtbaren Schicksals blieb er stets mit Leib und Seele Humanist, empfand Werte wie Toleranz und Vergebung als pragend fur sein gesamtes Leben. Seine Kindheit und Jugend, der Leidensweg durch die Konzentrationslager der Nazis, das gluckliche Entkommen auf dem Todesmarsch, sein "e;zweites Leben"e;: Bielawskis Erinnerungen gehen unter die Haut - und richten sich v. a. an die heutige Jugend sowie gegen das Schweigen und das Vergessen. Zur Printausgabe