Gerechtigkeit ist ein Grundthema der politischen Philosophie seit Platon und Aristoteles bis hin zu John Rawls und Michael Walzer. Der Topos der Gerechtigkeit hat also stets politische Implikationen. Das gilt insbesondere fur die Gerechtigkeitsdebatte im Blick auf die deutsche Vereinigung und ihre normativen Integrationsprobleme, zumal gerade in Ostdeutschland die Gerechtigkeitsvorstellungen weiterhin stark vom Gedanken der sozialen Gleichheit gepragt sind. Die Beitrage des Bandes sind hieran orientiert und entfalten in interdisziplinarer Weise einen Gerechtigkeitsdiskurs, der sich im Sinne einer neuen und innovativen Synergie aus philosophischen, soziohistorischen, soziologischen, politikwissenschaftlichen, feministischen, kommunikationstheoretischen sowie transnationalen Einsichtsgewinnen zusammenfugt.
Mitte des 18. Jahrhunderts rückten vor allem in der französischen Aufklärung die Fragen nach Funktion und Arten der Zeichenverwendung, nach dem Sprachursprung und nach dem Verhältnis zwischen Sprache und Denken ins Zentrum des Interesses. In diese Diskussion schaltete sich der franz. Philosoph und Naturwissenschaftler Maupertuis (1698-1759) mit zwei Schriften ein, die hier erstmals in dt. Übersetzung vorgelegt werden.