Studienarbeit aus dem Jahr 2021 im Fachbereich Soziologie - Recht und Kriminalität, Note: 2,0, Universität Augsburg, Sprache: Deutsch, Abstract: Die allgemeine sozialkonstruktivistische Kriminalitätstheorie Hess‘ und Scheerers hat das Bestreben eine wahre und universell anwendbare Konzeption zu sein, die sowohl die Mikro- als auch die Makroebene der Kriminalität einschließt und darlegen möchte, wie diese miteinander korrelieren und sich wechselseitig beeinflussen. Im Verlauf des vorliegenden Werkes soll nun besagtes Modell präsentiert und überdies prägnant auf seine Applikabilität überprüft werden.Kriminalität ist eine derart komplexe und facettenreiche Thematik, dass sich ihr eine eigene Wissenschaft verschrieben hat: die Kriminalsoziologie. Nicht wenige WissenschaftlerInnen haben sich darum bemüht, diverse Theorien zu konzipieren, um zumindest partielle Erklärungen für bestimmte Aspekte der Kriminalität aufdecken zu können. Jedoch mangelte es bis in die späten 1990er Jahre an einer vollständigen Konzeption, welche die bisher gewonnenen Erkenntnisse zur Entstehung von Kriminalität in einen überzeugenden Zusammenhang brachte. Im Jahr 1997 kam es zum akademischen Durchbruch auf diesem Gebiet, als die beiden Soziologen Henner Hess und Sebastian Scheerer ein integratives Modell veröffentlichten, welches diverse Erklärungsversuche der Kriminalität nicht nur ordnen, sondern überdies auch harmonisieren sollte. Die Autoren wollten dem Anspruch gerecht werden, eine allgemeine Theorie aufzustellen, welche jede Erscheinungsform von Kriminalität erfasst.