Diese Arbeit beschaftigt sich mit dem Tater-Opfer-Ausgleich (TOA) bei Gewaltstraftaten unter Erwachsenen. Anhand der gesetzlichen Regelungen, bisherigen empirischen Untersuchungen, Statistiken und eigenen Umfrageergebnissen wird die strafprozessuale Praxis (mit Schwerpunkt auf Baden-Wurttemberg) analysiert und Anderungsideen entwickelt, wie man den Tater-Opfer-Ausgleich starker fordern konnte. Gegenstand dieser Masterarbeit ist der praktische Umgang der Strafrechtspflege mit dem TOA bei Gewaltstraftaten unter Erwachsenen: In welchem Umfang wird bei Gewaltstraftaten vom TOA Gebrauch macht? Gibt es Unterschiede bei den einzelnen Gewaltstraftaten? Welche Akteure sind beteiligt und wie arbeiten sie zusammen? Welche Auswahlkriterien sind sinnvoll und welche rechtlichen Anforderungen sind zu beachten? Daneben wird die Interessenlage der Tater- und der Opferseite beleuchtet. Was bewegt sie dazu, an einem TOA teilzunehmen? Hierzu werden die vorhandenen Forschungsergebnisse und die aktuellsten statistischen Daten untersucht. Um den praktischen Umgang mit dem Thema TOA besser erfassen zu konnen, werden zudem die Ergebnisse der durchgefuhrten Befragungen von Mediatoren1, Staatsanwalten und Strafrichtern ausgewertet. Ziel ist es, herauszufinden, welche Faktoren den Umgang mit dem TOA bei Gewaltstraftaten beeinflussen, ob Hemmnisse existieren und falls ja, welche Anderungen in Betracht kommen. Aufgrund der foderalen Struktur Deutschlands ist die Handhabung des TOA in den einzelnen Bundeslandern unterschiedlich. Diese Arbeit legt den Schwerpunkt auf die strafprozessuale Praxis in BW. Mit Blick auf den begrenzten Umfang dieser Arbeit wird ausschlie lich das Erkenntnisverfahren betrachtet.