Dieses Buch erzahlt von Bayern abseits barocker Farbigkeit und bierseliger Gemutlichkeit - von dem Bayern der Angste und dunklen Sehnsuchte. Es geht um Menschen, die weniger Angst vor dem Tod als vor dem Leben hatten: um den Bauern, dessen Leidenschaft es war, die Kleider seiner Frau anzuziehen - ein letztes Mal, als er sich erhangte; um das adelige Fraulein, das sich anzundete, um fur seine Sunden zu buen; um den Mann, der einem Pakt mit dem Teufel durch einen Sprung in die Altmuhl entkommen wollte. Diese und viele weitere Falle finden sich in den 532 Suizidakten des Bistumsarchivs Regensburg, des groten derartigen Bestands im deutschen Sprachraum, 1719 bis 1855 angelegt, um uber die Beerdigungs- strafen zu entscheiden, die auf Selbsttotung standen. Dabei wurden Geschichten aufgeschrieben, die ein Sittengemalde Bayerns von seiner Nachtseite her entstehen lassen - eine bayerische histoire noire.