Am Beispiel der Stadt Koln wird die Bedeutung der Kommunen beim Wiederaufbau nach 1945 deutlich, vor allem durch die Finanzierung als zentrales Fundament fur dessen Erfolg. Die Kommunen spielten beim Wiederaufbau in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg eine zentrale Rolle. Sie mussten die Wasser- und Abwasser-, Gas- und Stromversorgung, den offentlichen Nahverkehr, Brucken, Stra en und Verwaltungsgebaude sowie Wohnungen, Schulen und Kultureinrichtungen wieder instand setzen oder neu errichten. Diese gewaltigen Aufgaben werden kaum irgendwo so greifbar wie am Beispiel Kolns und fordern eine historische Analyse geradezu heraus. Die Stadt hatte im Krieg unter den alliierten Bombardements arg gelitten und bu te ihre Stellung als rheinische Metropole ein. Anders als Munchen oder Hamburg profitierte sie nicht von einer Funktion als Landeshauptstadt, verfugte uber keinen Sonderstatus wie Berlin und stand im Schatten Dusseldorfs und Bonns. Hans-Peter Ullmann fragt, wie Koln den Wiederaufbau zwischen 1945 und 1970 finanziert hat. Er untersucht zum einen die rechtlichen, politischen und finanziellen Handlungsspielraume der Kommune, zum anderen die finanzpolitischen Entscheidungsprozesse, deren Ergebnisse sich im Stadthaushalt niederschlugen. Dort war verbindlich festgelegt, welche Wiederaufbauprojekte vorrangig betrieben und wie diese finanziert werden sollten. Abschlie end analysiert der Autor, ob es alternativlos war, dass sich Koln dabei immer starker verschuldete.