Antje Junghan – författare
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Senecas Schrift "e;De beneficiis"e; ist einzigartig in der uns uberlieferten Literatur der griechisch-romischen Antike. Gleichwohl gehort "e;De beneficiis"e; in eine lange Reihe - fur uns leider nicht uberlieferter - themengleicher Traktate, die ebenfalls von Stoikern verfasst wurden. Das Interesse an der Materie entspringt deren Relevanz fur die stoische Ethik: Diese kreist um die Frage gemeinschaftlichen Miteinanders, welches als die dem Menschen gemae Lebensform gilt. In der romischen Literatur finden sich wenngleich weniger ausfuhrlich und mit je anderem Fokus bei Cicero und Laktanz ebenfalls stoisch ruckgebundene Annaherungen an die Thematik. Doch wenngleich Cicero, Seneca und Laktanz die Uberzeugung der gemeinschaftsstiftenden Kraft von Wohltaten teilen, sind ihre Begrundungen, in welcher Weise wohltatiges Verhalten gemeinschaftliches Miteinander befordert, sehr verschieden. Und auch in ihren Vorstellungen, welche Form von Gemeinschaft durch Wohltaten gestiftet bzw. gestarkt wird, unterscheiden sie sich ma geblich voneinander. Ausgezeichnet mit dem Dissertationspreis der Warburg-Melchior-Olearius-Stiftung.
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Anachronismen werden ublicherweise als Fehler in der zeitlichen Zuordnung verstanden und konnen tatsachlich aus Unkenntnis oder Unachtsamkeit zustande kommen. Zugleich ist es aber auch denkbar, dass Elemente, die verschiedenen Zeitepochen anzugehoren scheinen, absichtsvoll in einer bestimmten Weise verbunden oder, wie der titelgebende Begriff der "e;Zeitmontage"e; versinnbildlicht, ineinander montiert werden. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes untersuchen die Formen und Funktionen solcher Zeitmontagen anhand von Beispielen aus der Alten Geschichte, der Archaologie und der Klassischen Philologie. Die Beitrage zeigen: Es lohnt sich, Anachronismen entgegen dem ersten Reflex als gezielt verwendete Gestaltungsmittel in den Blick zu nehmen und danach zu fragen, welche zusatzlichen Bedeutungsnuancen in der Verschrankung unterschiedlicher Zeitbezuge angelegt sind.