Das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Mitarbeitenden besteht aus einem Geflecht gegenseitiger Erwartungen und Verpflichtungen. Aufgrund des kirchlichen Charakters der Caritas und der Diakonie ist das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmenden durch spezifische Spielregeln geprägt. Die Ausbalancierung dieser gegenseitigen Erwartungen und Verpflichtungen befindet sich seit längerer Zeit in einem grundsätzlichen Wandel. Das Buch beschreibt Grundlagen für diesen notwendigen Aufbruch und nimmt sich dieser Aufgabe aus einer praktischen Perspektive an. Im ersten Teil unterstreicht das Autorenteam in einer theoretischen Hinführung die Bedeutung dieses Themas. Im zweiten Teil werden bestehende Handreichungen und Arbeitsmaterialien, die in verschiedenen Einrichtungen entwickelt und bereits erprobt wurden, kurz vorgestellt.
Die Zeiten, in denen Mitarbeitende bei Caritas und Diakonie eine vergleichbare religiöse Beheimatung hatten, sind endgültig vorbei. Sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche stehen vor der Frage, welche Form der Identifikation sie von ihren Mitarbeitenden in Zukunft erwarten können und dürfen. Die Herausgeber des vorliegenden Bandes haben diese Entwicklung klar erkannt und zum Gegenstand einer umfassenden Studie gemacht, denn die Absicherung des christlichen Selbstverständnisses über das kirchliche Arbeitsrecht trägt nicht (mehr). In einer plural-säkularen Gesellschaft braucht es motivierende Visionen, die Menschen einladen, sich an einer Idee von Weltgestaltung zu beteiligen. Es geht um die Herausforderung, den christlichen Auftrag mit Menschen unterschiedlicher kultureller, weltanschaulicher und religiöser Prägung zu verwirklichen. Die kritische Würdigung der Studie durch Expert:innen trägt dazu bei, das Anliegen in einem breiten interdisziplinären Diskurs weiterzuentwickeln.
Die Arbeitswelt konfessioneller Träger im Sozial- und Gesundheitswesen wird vielfältiger, die Identifikation der Mitarbeitenden mit den Vorgaben der Kirche schwindet und damit verändert sich auch das Selbstverständnis dieser Organisationen. Dieses Buch richtet den Blick bewusst jenseits gängiger Krisen- und Entkirchlichungsdebatten auf sozialpsycho- logische, caritaswissenschaftliche und praktisch-theologische Erkenntnisse. Auf Grundlage einer Studie unter Mitarbeitenden der Caritas untersucht es zentrale Fragen: Welche Werte prägen die tägliche Arbeit? Womit identifizieren sich Beschäftigte – und womit nicht mehr? Wie wird die Nähe oder Distanz zur katholischen Kirche im Berufsalltag erlebt? Wie sieht die Einstellung zu kirchlich wie gesellschaftlich kontrovers diskutierten Themen aus? Vertieft werden die Ergebnisse durch interdisziplinäre und ökumenische Fachbeiträge aus Wissenschaft und Praxis. Die Texte eröffnen neue Zugänge zu den Themen Zugehörigkeit und Identität, Sinn und Glaube und zeigen Wege auf, wie Caritas und Diakonie ihre Personalpolitik zukunftsfest gestalten können. Ein Buch für alle, die Kirche und Soziale Arbeit heute und in Zukunft gestalten wollen.