Dieses Buch zeigt, was politische Journalisten heute zwischen Markt und öffentlichem Auftrag leisten. Es ist ein Plädoyer dafür, die Entwicklungen auf dem Medienmarkt und das Handeln der Akteure dort kritisch zu reflektieren. Denn auch das Web 2.0 wird die anderen Medien nicht überflüssig machen. Auch sie bleiben in all ihren Erscheinungsformen für die Herstellung von Öffentlichkeit in Demokratien notwendig. Ihre Aufgabe ist es weiterhin, Debatten und Informationen zu transportieren, Politik und Politiker zu hinterfragen. Doch wie werden sie dieser Aufgabe unter den sich verändernden Rahmenbedingungen der Informationsgesellschaft gerecht? Die Autoren dieses Buches versuchen sich dieser Frage zu nähern und geben dabei den Lesern Einblick in ihren Arbeitsalltag im Medienbetrieb.
Politiker sind heutzutage auf die Vermittlung ihrer Politik durch Massenmedien angewiesen, wenn sie ihre Wähler erreichen wollen. Journalisten als «Gatekeeper» fällen keine politischen Entscheidungen, legen aber fest, wie Politik dargestellt wird und welche Themen wann und wie auf die Agenda gesetzt werden. Was bedeutet dies für die demokratische Qualität einer Gesellschaft? Sind Politiker heute Experten politischer Kommunikation? Haben Journalisten nicht nur die Macht über die mediale Darstellung, sondern auch politische Macht? Diesen und anderen für eine Demokratie essentiellen Fragen widmet sich dieses Buch. Die Beiträge von Journalisten, Politikern, Pressesprechern und Wissenschaftlern werfen von mehreren Seiten Licht auf die Beziehung von Politik und Medien in der bundesdeutschen Hauptstadt.
2009 war in Deutschland ein Superwahljahr – acht Kommunalwahlen, vier Landtagswahlen, eine Europawahl, eine Bundespräsidentenwahl und nicht zuletzt die Bundestagswahl standen an. Was bedeutete dies für die politische Kommunikationslandschaft in Deutschland? Sind in Deutschland neben Twitter, Blogs und Podcasts auch noch die traditionellen Mittel des Wahlkampfes und der Wahlkampfberichterstattung weiter von Bedeutung? Diesen und ähnlichen Fragen gehen in diesem Buch Publizisten, Wahlkampfpraktiker und Kommunikationsforscher gleichermaßen nach.
Laut Schätzungen sind derzeit rund 5.000 Lobbyisten in Berlin aktiv. Abseits der Öffentlichkeit betreiben diese «Einflüsterer» ihr Geschäft, so heißt es, kaum jemand kenne ihr Gesicht. Gut zehn Jahre nach dem Umzug von Parlament und Regierung aus Bonn haben sich in der Hauptstadt zahlreiche Büros von Verbänden, Unternehmen und Agenturen angesiedelt. Hinzu kommen international agierende Kanzleien und Unternehmensberatungen, Botschaften, Stiftungen und NGOs. Damit gilt Berlin als das Zentrum einer nicht neuen, aber in dieser Dimension unbekannten Branche. Dieses Buch beleuchtet u. a. die Frage, was Lobbyismus genau macht. Und ob er ein notwendiger Bestandteil der Demokratie ist – oder die Dominanz partikularer Interessen über das Gemeinwohl.
Kiez- und Kommunalpolitik im Kleinen, hohe Symbolwirkung und nationale Schrittmacherfunktion andererseits: Zwischen diesen Polen kämpfen Politiker der Großstädte um Mehrheiten und Aufmerksamkeit. Die vom OSI-Club organisierte Ringvorlesung «Medien, Macht und Metropolen» widmete sich der Idee der Metropole, ihren Bedingungen von Öffentlichkeit und politischer Kommunikation. Wissenschaftler, Journalisten, Politiker und Politikberater diskutieren: Was macht eine Metropole zum Knotenpunkt der Kommunikation? Welche Themen bewegen die Großstädter in Deutschland, Europa und weltweit? Was macht eine Großstadtpartei aus, mit welchen Strategien wird Großstadtwahlkampf geführt? Welchen Einfluss haben Bürgerinitiativen und Bürgerbeteiligung? Wie berichten Lokaljournalisten und Auslandskorrespondenten aus und über Groß- und Hauptstädte?