Das "Schöne" gehört von Anbeginn an zu den großen Begriffen der abendländischen Geistesgeschichte und firmiert hier insbesondere als Kategorie der "Vermittlung": zwischen Sinnlichkeit und Verstand, zwischen Wollen und Sollen, zwischen verschiedenen Disziplinen, aber auch zwischen unterschiedlichen Epochen. In den Beiträgen des vorliegenden Sammelbandes, der in seinem Kernbestand auf den IX. Würzburger Augustinus-Studientag zurückgeht, geben ausgewiesene Experten beispielhafte Einblicke in diese "Vermittlungsleistung" des Schönen in Philosophie, Theologie und zumal in Musik und Musiktheorie: schwerpunktmäßig bei Augustinus (354-430), jedoch auch mit dem Blick auf die Traditionen vor und nach ihm sowie auf die neuzeitliche und die systematische Diskussion des Ästhetischen.
Kein anderer theologischer Schriftsteller hat das christliche Abendland so stark geprägt wie der Kirchenvater Augustinus. Er war nicht nur philosophisch gebildeter Theologe, sondern - ganz im Sinne und Auftrag der Kirche - auch ein leidenschaftlicher Seelsorger. Daher erstreckt sich diese Zitatensammlung sowohl auf Themen der Theologie und Philosophie als auch auf solche der Ethik, speziell der Spiritualität und der Pastoral. Dominierender Aspekt von Augustinus'' Spiritualität ist und bleibt die christliche Caritas. Diese zu verkündigen und die Gläubigen dazu anzuhalten, wurde der rhetorisch gebildete Bischof nicht müde. Die Auswahl der Zitate bezeugt seine herausragende Eloquenz.