Der Band stellt den Zusammenhang von Wohlfahrtsstaat, Sozialpolitik und demokratischer Transformation in den Vordergrund. Wie ist wohlfahrtsstaatliche Politik unter den Bedingungen imperfekter Märkte und Demokratisierung möglich? Welche Prägekräfte wirken auf wohlfahrtsstaatliche Politik in jungen Demokratien und wie wirkt diese auf den demokratischen Transformationsprozeß zurück? Der Band leistet einen Beitrag zur Erforschung dieser Fragen. Neben den historischen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingung der Entwicklung wohlfahrtsstaatlicher Politiken werden die konkreten Muster von "Wohlfahrtsregimen" in Transformationssystemen untersucht. Hierzu werden konzeptionelle und theoretisch orientierte Beiträge zusammen mit Länderstudien und regionalen Vergleichen zu Osteuropa, Lateinamerika, Afrika und Asien vorgelegt.
Die Demokratie durchläuft im Zuge der fortschreitenden Modernisierung einen Erosionsprozess. Dadurch werden ihre notwendigen Voraussetzungen – die Autonomie der politischen Willensbildung in gleichheitsbasierten Verfahren, der Zusammenhalt der demokratischen Bürgerschaft und die rationale staatliche Steuerungsfähigkeit – allmählich zersetzt. Die wirklichkeitswissenschaftlichen Analysen Michael Th. Grevens wollen belegen: Sowohl die Demokratie als auch die mit ihr verschwisterten bürgerlichen Revolutionen sind im Begriff Geschichte zu werden.
Die Demokratie durchläuft im Zuge der fortschreitenden Modernisierung einen Erosionsprozess. Dadurch werden ihre notwendigen Voraussetzungen – die Autonomie der politischen Willensbildung in gleichheitsbasierten Verfahren, der Zusammenhalt der demokratischen Bürgerschaft und die rationale staatliche Steuerungsfähigkeit – allmählich zersetzt. Die wirklichkeitswissenschaftlichen Analysen Michael Th. Grevens wollen belegen: Sowohl die Demokratie als auch die mit ihr verschwisterten bürgerlichen Revolutionen sind im Begriff Geschichte zu werden.
Wie kein anderes Jahrhundert zuvor war das 20. durch Politik bzw. deren verbindliche Entscheidungen geprägt. Von der Politik der Tötung in den totalitären Regimen bis hin zur Politik des Sozialen in den demokratischen Wohlfahrtsstaaten der Moderne – all dies verdeutlicht die Entstehung eines spezifischen Gesellschaftstypus: den der "politischen Gesellschaft". Aber im Verlauf des Jahrhunderts verändert sich deren Charakter grundlegend. Sie stellt von der ziel- und zukunftsorientierten Gestaltung der Gesellschaft auf zeitorientierte Reaktivität in der Gegenwart um. Die Politiken der Zuversicht weichen den Politiken der Skepsis. Reduziert sich die moderne Politik auf das situative Management des Unerwarteten, dann kann sie keine Macht mehr über die Verhältnisse, sondern nur noch in den Verhältnissen realisieren. Diesen Fragen geht das Buch nach und analysiert diese Dynamiken in allen wesentlichen Politikfeldern der modernen Gesellschaften.