Die Differenz des Fichteschen und Schellingschen Systems der Philosophie (1801) ist Hegels erste philosophische Veröffentlichung. Hier nimmt Hegel erstmals und ganz eigenständig Stellung zu grundlegenden Fragen einer Philosophie des Absoluten: Er äußert sich über Organ und Methode des Philosophierens, über das Verhältnis von Reflexion und Spekulation, von Philosophie und System, über Aufgabe und Bedürfnis der Philosophie sowie über die geschichtliche Bedingung und Bedingtheit des Philosophierens. Die Differenzschrift ist deshalb besonders geeignet, in Anfang, Bereich und Duktus des Hegelschen Denkens einzuführen.
Dieser Band enthält mit Ausnahme von Glauben und Wissen (s. PhB 319c) alle Hegel zugeschriebenen Beiträge aus dem Kritischen Journal der Philosophie, das Schelling und Hegel in den Jahren 1802 und 1803 gemeinschaftlich verfaßten und herausgaben. Der einleitende Beitrag "Über das Wesen der philosophischen Kritik überhaupt, und ihr Verhältnis zum gegenwärtigen Zustande der Philosophie insbesondere" verkündet das gemeinsame Programm, das bereits bei Ankündigung des Kritischen Journals pointiert formuliert ist: "Damit wird endlich reine Bahn gemacht sein, und unter der Hand der Kritik der Grund und Boden der wahren Philosophie sich von selbst bilden können und ruhig emporsteigen."
Glauben und Wissen erschien 1802 als erstes Heft von Band 2 des Kritischen Journals. Hegel greift hier auf, was er in der Differenzschrift als die nächste Aufgabe angekündigt hatte: die Durchführung der Kritik am "Idealismus des Endlichen", den Hegel in den Philosophien von Kant, Jacobi und Fichte am Werk sieht und der als Übermacht der Reflexion dazu geführt hat, daß der Unterschied zwischen wahrhaftem Glauben und philosophischem Erkennen nur noch als Reflexionsgegensatz wahrgenommen wird - und d. h. für Hegel als einer Entzweiungsgestalt des Absoluten, die es zu überwinden gilt.