Welche konfessionellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede gab es in der Entwicklung von Lehrinhalten, Lehrmethoden, Lehrinstitutionen und Konzepten in der Epoche der Reformation und der Konfessionalisierung? Welche Motive hatte die konfessionsübergreifende Hervorbringung neuer Bildungsformen? Wie vollzog sich vor allem die Entwicklung und konfessionelle Prägung des städtischen Schulwesens? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der in diesem Band geführten Diskussion um die Ursprünge moderner Pädagogik im 16. und 17. Jahrhundert. Er versammelt Beiträge aus der Historischen Bildungsforschung, Theologie, Kunst- und Literaturgeschichte. Es werden neue Ergebnisse der Erforschung einzelner Schulen und ihrer Curricula präsentiert. Die Wirkungen des Lernens werden anhand von Schülerzeichnungen und -briefen untersucht. Auch zu pädagogischen Klassikern wie Melanchthon und Comenius werden Neuinterpretationen vorgelegt.
Welche Bedeutung hatten soziale Erwartungen und Zwänge, Stand, Religion und Geschlecht für Bildungsgänge in der Frühen Neuzeit? Und welche Konsequenzen hatten sie für die Identitätsfindung frühneuzeitlicher Menschen? Unter diesen Leitfragen haben die Autorinnen und Autoren kollektive und individuelle Bildungsgänge rekonstruiert. Im ersten Teil des Buches werden methodologische Probleme aus historischer und literaturwissenschaftlicher Perspektive erörtert, im zweiten Teil steht das Verhältnis von Institution und individuellem Bildungsgang im Zentrum. Die Beiträge im dritten Teil handeln von Bildungsgängen solcher Männer und Frauen, auf deren individuelle Erziehung aufgrund ihrer Zugehörigkeit zum Adel besonders große Sorgfalt verwendet wurde.
Del 35 - Beitrage Zur Historischen Bildungsforschung
In diesem Buch wird der Unterricht als eine dreiseitige Beziehung von Lehrenden, Lernenden und Sachen dargestellt. Fragen der Wissenschaftsorientierung des Unterrichts, des Kanons und des Lehrplans werden aus allgemeindidaktischer und fachdidaktischer Perspektive beantwortet. Um Probleme der Öffnung des Unterrichts, der Leistungsorientierung und der Disziplin anzusprechen, entwirft der Text eine Theorie der modernen Schule. Ihre Funktionen im Gefüge der Zivilgesellschaft werden kritisch dargestellt. Das Buch bietet eine hermeneutische Lesart der modernen Schule und ihrer Didaktik jenseits von reformpädagogischer Schülerorientierung und systemtheoretischem Funktionalismus. Es ist eine Erläuterung des Bildungsauftrags der Schule und ein Plädoyer für einen sachgerechten Unterricht.