Die Spurensuche widmet sich Künstlern, die als Musikerinnen und Musiker, seien sie Mitglieder Thüringer Musikinstitutionen oder freischaffende Tonkünstler, die deutsche Musikkultur zum Teil über Jahrzehnte mitgestalteten. Im nationalsozialistischen Deutschland wurden sie als Juden stigmatisiert und erlitten zum Teil tragische Schicksale, nicht wenige von ihnen wurden verfolgt oder ermordet. Namhafte Wissenschaftlerinnen und Forscher aus ganz Deutschland beleuchten neben Einzelschicksalen die NS-Kulturpolitik, die Auswanderung und Remigration, die Musik in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern sowie die künstlerische Verarbeitung der Holocausterfahrung. Darüber hinaus treten die Lebensläufe konkreter Menschen in den Fokus: die Schicksale von jüdischen Musikerinnen und Musikern während der nationalsozialistischen Diktatur in Thüringen werden erstmals umfassend darstellt und somit dem Vergessen entrissen. Damit ermöglicht der Band zum ersten Mal einen umfassenden Überblick über die Akteure und historische Umstände der Verfolgung der jüdischen Musikschaffenden in sogenannten »Mustergau Thüringen« während der NS-Zeit.
Der Band beschreibt den Wandel musikästhetischer Positionen und des musikdramatischen Geschehens in jenen brÃ"chigen und experimentierfreudigen Jahrzehnten der Erstarkung des BÃ"rgertums und einer nationalen Selbstfindung. Die Konzentration von Geistesgrößen, Literaten und KÃ"nstlern um 1800 im Umkreis von Weimar und der Universität Jena bedeutete heftige und auch kontrovers gefÃ"hrte Diskussionen in den Salons und Zirkeln, die sich regelmäßig zum Gedankenaustausch trafen. Dies war der Nährboden fÃ"r Experimente, die auch die Gebiete des dramma per musica, der Oper bzw. des Singspiels wie des Schauspiels und der mit Fragen der Musik verknÃ"pften musikästhetischen und inhaltlichen Positionen betrafen. Zum letzten Mal in der Geistesgeschichte kam es in jenen Jahrzehnten zu einem fruchtbringenden Dialog zwischen Geistes- und Naturwissenschaften, und damit Ã"bernahmen Weimar und bedingt auch Jena Rollen, wie sie sonst nur die Akademien Italiens innehatten.