Wolfgang Kohlhaase (1931-2022), dessen Schaffen über 30 Filme umfasst und sich weit über ein halbes Jahrhundert erstreckt, gehört zu den bedeutendsten Drehbuchautoren der (deutsch-)deutschen Filmgeschichte. Seine Zusammenarbeit mit den Regisseuren Gerhard Klein und Konrad Wolf bei Filmen wie BERLIN - ECKE SCHÖNHAUSER (1957), ICH WAR NEUNZEHN (1968) oder SOLO SUNNY (1980) hat Meilen-, zugleich immer auch Stolpersteine in die Geschichte der DEFA gesetzt. Seine Drehbücher für Andreas Dresen (u.a. SOMMER VORM BALKON, 2005, ALS WIR TRÄUMTEN, 2015), aber auch Volker Schlöndorff (DIE STILLE NACH DEM SCHUSS, 2000) oder Matti Geschonneck (IN ZEITEN DES ABNEHMENDEN LICHTS, 2017) haben verlässlich für künstlerische Höhepunkte des Nachwendekinos gesorgt. Die Beiträge zu diesem Band schlagen thematische und motivische Schneisen durch das umfangreiche Gesamtwerk Kohlhaases. Sie widmen sich der Darstellung von Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg in seinen Filmen, gehen dem wiederkehrenden Thema eines geteilten Deutschland nach, diskutieren seinen Umgang mit Frauenfiguren und jugendlichen Helden und betrachten das Wechselspiel von Humor und Lebensnähe. Ein persönliches Porträt Kohlhaases und unveröffentlichte Texte aus dem Nachlass runden den Band ab.
Jeanine Meerapfel ist eine der wichtigsten Autor- Regisseurinnen der Bundesrepublik. Migration und Mehrsprachigkeit, Heimatverlust und -suche sowie weibliche und jüdische Perspektiven prägen ihre Filme.Das Schaffen der 1943 in Buenos Aires geborenen Filmemacherin umfasst Spiel- und Dokumentarfilme wie Im Land meiner Eltern (1981), Malou (1980), La Amiga (1987/88) oder Eine Frau (2022). Als Professorin unterrichtete sie Filmstudierende und prägte als Präsidentin zehn Jahre lang die Akademie der Künste in Berlin. Ihr Werk trägt deutsch-jüdische Geschichte(n) von Flucht, Exil und (Un)Zugehörigkeit ebenso ins deutsche Kino wie einen Blick auf sogenannte Gastarbeiter:innen, den andauernden Rassismus der Bundesrepublik oder die fortwirkende NS Vergangenheit, die ihre Schatten auf die Gegenwart wirft und das Leben von nachgeborenen Generationen prägt. Doch Meerapfels Werk entzieht sich einer allzu einfachen Kategorisierung und erzählt in poetischen Bildern immer auch von der Schönheit des Lebens.Der Band widmet sich den Bezügen zu Lateinamerika, den Auseinandersetzungen mit bundesrepublikanischer Gegenwart, Generationenverhältnissen und dem Umgang mit Erinnerung in den Filmen Jeanine Meerapfels, begleitet von einem biografischen Porträt und einem Gespräch mit der Filmemacherin über ihre filmische Arbeit.
Wolfgang Kohlhaase (1931-2022), dessen Schaffen über 30 Filme umfasst und sich weit über ein halbes Jahrhundert erstreckt, gehört zu den bedeutendsten Drehbuchautoren der (deutsch-)deutschen Filmgeschichte. Seine Zusammenarbeit mit den Regisseuren Gerhard Klein und Konrad Wolf bei Filmen wie BERLIN - ECKE SCHÖNHAUSER (1957), ICH WAR NEUNZEHN (1968) oder SOLO SUNNY (1980) hat Meilen-, zugleich immer auch Stolpersteine in die Geschichte der DEFA gesetzt. Seine Drehbücher für Andreas Dresen (u.a. SOMMER VORM BALKON, 2005, ALS WIR TRÄUMTEN, 2015), aber auch Volker Schlöndorff (DIE STILLE NACH DEM SCHUSS, 2000) oder Matti Geschonneck (IN ZEITEN DES ABNEHMENDEN LICHTS, 2017) haben verlässlich für künstlerische Höhepunkte des Nachwendekinos gesorgt. Die Beiträge zu diesem Band schlagen thematische und motivische Schneisen durch das umfangreiche Gesamtwerk Kohlhaases. Sie widmen sich der Darstellung von Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg in seinen Filmen, gehen dem wiederkehrenden Thema eines geteilten Deutschland nach, diskutieren seinen Umgang mit Frauenfiguren und jugendlichen Helden und betrachten das Wechselspiel von Humor und Lebensnähe. Ein persönliches Porträt Kohlhaases und unveröffentlichte Texte aus dem Nachlass runden den Band ab.
Jeanine Meerapfel ist eine der wichtigsten Autor- Regisseurinnen der Bundesrepublik. Migration und Mehrsprachigkeit, Heimatverlust und -suche sowie weibliche und jüdische Perspektiven prägen ihre Filme.Das Schaffen der 1943 in Buenos Aires geborenen Filmemacherin umfasst Spiel- und Dokumentarfilme wie Im Land meiner Eltern (1981), Malou (1980), La Amiga (1987/88) oder Eine Frau (2022). Als Professorin unterrichtete sie Filmstudierende und prägte als Präsidentin zehn Jahre lang die Akademie der Künste in Berlin. Ihr Werk trägt deutsch-jüdische Geschichte(n) von Flucht, Exil und (Un)Zugehörigkeit ebenso ins deutsche Kino wie einen Blick auf sogenannte Gastarbeiter:innen, den andauernden Rassismus der Bundesrepublik oder die fortwirkende NS Vergangenheit, die ihre Schatten auf die Gegenwart wirft und das Leben von nachgeborenen Generationen prägt. Doch Meerapfels Werk entzieht sich einer allzu einfachen Kategorisierung und erzählt in poetischen Bildern immer auch von der Schönheit des Lebens.Der Band widmet sich den Bezügen zu Lateinamerika, den Auseinandersetzungen mit bundesrepublikanischer Gegenwart, Generationenverhältnissen und dem Umgang mit Erinnerung in den Filmen Jeanine Meerapfels, begleitet von einem biografischen Porträt und einem Gespräch mit der Filmemacherin über ihre filmische Arbeit.