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Das vorliegende Buch unternimmt weder eine transhistorische Rekonstruktion semiotischer Theoreme noch den Versuch ihrer Aktualisierung. Vielmehr will es den paradigmatischen Status von Lessings "Laokoon" für eine Diskursgeschichte des Zeichens im 18. Jahrhundert herausarbeiten. Obgleich Lessing selbst es dezidiert ablehnt, von nicht-künstlerischen Zeichenpraktiken zu handeln, sind seine Reflexionen nicht auf das Gebiet der Künste zu beschränken. Intuition, Illusion, Evidenz oder das "bequeme Verhältnis" von Bezeichnendem und Bezeichnetem sind vielmehr Effekte, die auch von Wissenschaften und sozialen Praktiken angestrebt werden. Da es im "Laokoon" nicht nur um die semiotischen Qualitäten und Ökonomien von Bild und Text, um das Nebeneinander und Nacheinander der Zeichen geht, sondern auch um die Geschwindigkeit, Steuerung und Optimierung von Zeichenprozessen, hat Lessings Text Indiziencharakter für fundamentale Problemstellungen, die etwa auch in den Bereichen von Regierungskünsten und Logik nach Lösungen verlangen. Gerade eine Lektüre des "Laokoon", die "in dem, was gesagt worden ist, keinen Rest und keinen Überschuß, sondern nur das Faktum seines historischen Erscheinens voraussetzt", erlaubt Analysen, die ein Laokoon-Paradigma in seinen historischen Schichten freilegen: seine Möglichkeitsbedingungen, seine konkrete Entfaltung und seine Transformation im Feld der "Anthropologie".
Wie digitale Technologien unser Verhaeltnis zur Natur veraendern
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In der westlichen Kultur waren Gesellschaft, Kultur und Geschichte stets dem Menschen vorbehalten. Heute erschüttern die Entdeckungen der Bio- und Nanotechnologien das anthropozentrische Weltbild. Sie enthüllen nicht nur die hochentwickelten Lebensformen anderer Arten, sondern auch unsere enge Verwandtschaft mit ihnen.
Anstatt des Spezies-Narzissmus, der unsere Kultur dominiert, wollen wir die Perspektive wechseln und eine Anthropologie der Bescheidenheit vorschlagen, die Strategien und Inspirationen für ein neues Verhältnis zur Natur erschließt. Wir stehen noch ganz am Anfang einer Reise in ein unbekanntes Territorium: die Neuerfindung des Menschen im Verhältnis zu anderen Spezies. Sie eröffnet eine neue Sicht auf das faszinierende Universum voll von intelligentem Leben, das unseren Planeten bevölkert.