Lena Kugler – författare
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PDF, Tyska, 2017610 kr
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Tiere sind en vogue in den Kulturwissenschaften. Über Tiere wird publiziert, konferiert und heftig debattiert. Einigkeit herrscht darüber, dass Tiere nicht nur als diskursive Figuren in Erscheinung treten. Immer waren und sind sie auch materielle Wesen, die ihre historischen Spuren hinterlassen haben. Diese Spuren gilt es zu verfolgen. Wie aber sieht eine solche Spurensuche aus, oder anders gefragt: Wie kommen KulturwissenschaftlerInnen an das historische Tier heran? Die Frage bei der Quellensuche lautet nicht primär, ob Tiere in den Quellen überhaupt vorkommen, sondern vielmehr, wie Fährtensuche und Quelleninterpretation auszusehen haben, um Tiere in ihrer historischen "Gemachtheit" und narrativen Fingiertheit, aber eben auch als wirkmächtige soziale Akteure erscheinen zu lassen. Genau hier setzt der Quellenband an, in dem 50 historische und literarische Quellen vorgestellt und kommentiert werden, um deutlich zu machen, dass und wie Tiere Geschichte(n) (mit-)gestaltet haben.
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PDF, Tyska, 2023555 kr
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Dieses Insularium erzählt eine Kultur-, Literatur- und Wissensgeschichte von Inseln, Menschen, Tieren und Zeit im Möglichkeitsraum des Pazifiks.In achtzehn exemplarischen Inselerkundungen – von der faktualen Isla Juan Fernandez über das historische Formosa und das berühmte Pitcairn bis zur fiktionalen Pip''s Island – erzählen Roland Borgards, Lena Kugler und Mira Shah eine Geschichte des pazifischen Inselmeers. Zwei Themenbereiche tauchen auf diesen Pazifischen Passagen immer wieder auf: Zum einen liefern die Autor:innen Fragmente der Entstehungsgeschichte der Inselbiogeographie und schlagen gleichzeitig vor, sie zu einer Inselkulturbiogeographie zu erweitern. Zum anderen geht es ihnen um Fragen der Zeitlichkeit und Eigenzeitlichkeit, um die moderne, im 18. Jahrhundert einsetzende Pluralisierung von Zeithorizonten und um die Verflechtung von geologischen und biologischen Temporalitäten, von Natur- und Kulturzeiten. Dabei teilt ihr Insularium des Großen Ozeans mit seinem Namensvetter, dem barocken Genre der Insularien, sowohl den Gestus eines unsystematischen, nicht an Vollständigkeit orientierten Sammelns als auch seine grundlegende Doppelperspektive: auf das Wissen und auf das Erzählen.
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PDF, Tyska, 2021366 kr
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Die Zeit der Tiere führt eine bemerkenswerte Konstellation vor Augen: Tiere sollen zwar, wie Friedrich Nietzsche es formulierte, an den "Pflock des Augenblicks" angebunden sein, versetzen den Menschen aber erst in die Lage, die Tiefe der Zeit vor- und darzustellen. Es sind die vermeintlich geschichtslosen Kreaturen, an denen Geschichte anschaulich wird.Ob nämlich mit Fossilien die geologische Tiefenzeit vermessen und das Alter der Menschheit bestimmt wird; ob mit Animalpräparaten die Naturgeschichte explizit ihre Praxis und gleichzeitig ihre Medienästhetik erhält; ob Produktionsabläufe am Fließband standardisiert und beschleunigt werden, um Schlachtvieh schneller und effizienter zu zerlegen, oder ob mit dem Schlafverhalten von Vögeln auch die innere Uhr des Menschen zum Forschungsgegenstand wird – stets sind es konkrete Tiere, an denen in unterschiedlichen Techniken und Praktiken spezifisches Zeitwissen gleichermaßen zur Dar- wie zur Herstellung gelangt.Lena Kuglers Buch zeigt, warum von einer polychronen Moderne als einer Zeit der Tiere in zweifacher Hinsicht gesprochen werden muss: Zum einen speisen sich ihre verschiedenen Verzeitlichungs- und Synchronisierungstendenzen auch und gerade aus dem mit Tieren gewonnenen Zeitwissen. Zum anderen treten die unterschiedlichen Tiere und die mit ihnen entstehenden Narrative, Arte- und Biofakte immer auch als Träger einer genuin eigenen Zeit und Zeitlichkeit auf. Die Polychronie der Moderne und die Biodiversität gehen daher Hand in Hand.