Nach 1945 lösten sich innerhalb dreier Jahrzehnte die europäischen Kolonialreiche auf. Der Band behandelt Voraussetzungen, Phasen und Folgen dieses fundamentalen Umbruchs. Die gesammelten Quellen erlauben es, den Unterricht zur Geschichte der Dekolonisation nach 1945 exemplarisch, multiperspektivisch, in Längsschnitten und anhand von Fallbeispielen zu gestalten und dabei die ganz unterschiedlichen Akteur*innen aus lokaler, nationaler und internationaler Perspektive zu Wort kommen zu lassen. Der Blick auf die Geschichte der Dekolonisation zeigt die Kontinuität diskriminierender Ideologien und Praktiken, nicht zuletzt, um ihnen entschieden entgegenzutreten.
Das Zusammenleben in einer globalisierten Welt stellt ein Schlüsselproblem gegenwärtiger Gesellschaften dar. Mit der vielfältigen Verflechtung von Regionen, Ländern und Kontinenten gehen bis in die Gegenwart frappante Ungleichheiten und Widersprüche einher. Diese zeigen sich besonders deutlich in den Beziehungen des sogenannten "globalen Südens" mit dem "globalen Norden". Die im Band versammelten Quellen tragen dazu bei, die Transformation des diskreditierten Zivilisierungsgedankens in das vermeintlich wertfreie Konzept der "Entwicklung" nach 1945 historisch fundiert zu reflektieren. An konkreten Beispielen werden Visionen und Verwerfungen für den Geschichtsunterricht verfügbar gemacht.