Unter den zahlreichen Gottesdienstformen, die das Christentum kennt, spielt die Eucharistiefeier eine zentrale Rolle. Wie überSetzt man die Überlieferung in die Gegenwart, sodass das Geschehen zu einer Quelle wird, aus der auch heute Impulse für das Christsein fließen? Wo liegen zukunftsfähige Wege, wo die Konflikte? Mehr als 20 Fachleute aus fünf Kirchen in Europa und den USA eröffnen Zugänge zu den jeweiligen Traditionen und geben einen Einblick in die Debatten. Sie wollen einen Beitrag zur notwendigen Weiterentwicklung der Feier und zum ökumenischen Gespräch zwischen den Kirchen leisten.
Im Kontext des Synodalen Wegs initiierte die Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz im Oktober 2020 eine Fachtagung zum Thema Klerikalismus in der Liturgie, die pandemiebedingt online, aber mit einigen Hundert Teilnehmer*innen stattfand. Debatten und Ergebnisse werden hier dokumentiert. Im Blick sind Formen unangemessener Machtausübung und Herausstellung des priesterlichen Amtes, wie sie in der gottesdienstlichen Praxis vorkommen, aber auch Asymmetrien und Hierarchien, die durch die liturgischen Ordnungen selbst vorgesehen sind. Diese können, derart legitimiert, verschiedene Formen von Klerikalismus befördern. In vier großen Themenblöcken handeln Beiträge aus Theologie und Kulturwissenschaften über "Symbole der Macht und ihre Inszenierung", "Reden und Tun – Performanz des Gottesdienstes", die "Symbolik des Unterschieds" und über "Männer an der Macht – Liturgie und Geschlecht".