In vielen westlichen Ländern wurden im vergangen Jahrzehnt Sozialstaatsreformen umgesetzt, die auf eine Reduktion der Transferabhängigkeit Erwerbsloser zielten. Im Kern wurden Arbeitsverpflichtungen etabliert, d.h. die Gewährung eines Grundtransfers wurde abhängig gemacht von dem Ableisten einer gemeinnützigen Arbeit. Tim Lohse stellt die Sozialpolitik in verschiedenen Staaten unter besonderer Berücksichtigung von Arbeitsverpflichtungen dar, welche im anglo-amerikanischen Schrifttum als Workfare bezeichnet werden. Durch Variation des Steuertheoriemodells nach Mirrlees leitet der Autor grundlegende Eigenschaften optimaler Steuer-Transfer-Systeme mit Arbeitsverpflichtungen her. Es zeigt sich, dass Arbeitsverpflichtungen durchaus Bestandteil solcher Systeme sein sollten, sofern die in ihrem Rahmen ausgeübten Tätigkeiten einen volkswirtschaftlichen Output generieren. Arbeitsverpflichtungen führen dann nicht nur zu einer Wohlfahrtssteigerung, sondern ermöglichen unter Umständen sogar eine Paretoverbesserung und sind zudem auch mit dem Konzept einer negativen Einkommensteuer (und damit letztlich eines Kombilohns) vereinbar. Die Grenzsteuersätze sind nicht-negativ, so dass sich aus steuertheoretischer Perspektive keine Rechtfertigung für den amerikanischen Earned Income Tax Credit ergibt.
Die Einnahmen- und Steuerpolitik in Europa steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Zwei Themen dominieren die Agenda. Erstens ist die Europäische Kommission in der Pflicht, eine Überprüfung aller Aspekte des EU-Haushaltes vorzunehmen. Sind neue Haushaltsstrukturen sinnvoll? Sind sie wahrscheinlich? Die mögliche Schaffung einer EU-Steuer würde eine Einnahmenvariante darstellen, die das komplexe Eigenmittelsystem ablösen könnte. Zweitens zwingt ein verschärfter Steuerwettbewerb die Nationalstaaten zur Modifikation ihrer Steuersysteme. Zur Debatte steht die «gemeinsame konsolidierte Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage» (CCCTB). Wie vorteilhaft ist die CCCTB? Welche Realisierungschancen hat sie? Dieses Buch beleuchtet diese Fragestellungen aus ökonomischer und juristischer Perspektive.
In vielen westlichen Ländern wurden im vergangen Jahrzehnt Sozialstaatsreformen umgesetzt, die auf eine Reduktion der Transferabhängigkeit Erwerbsloser zielten. Im Kern wurden Arbeitsverpflichtungen etabliert, d.h. die Gewährung eines Grundtransfers wurde abhängig gemacht von dem Ableisten einer gemeinnützigen Arbeit. Tim Lohse stellt die Sozialpolitik in verschiedenen Staaten unter besonderer Berücksichtigung von Arbeitsverpflichtungen dar, welche im anglo-amerikanischen Schrifttum als Workfare bezeichnet werden. Durch Variation des Steuertheoriemodells nach Mirrlees leitet der Autor grundlegende Eigenschaften optimaler Steuer-Transfer-Systeme mit Arbeitsverpflichtungen her. Es zeigt sich, dass Arbeitsverpflichtungen durchaus Bestandteil solcher Systeme sein sollten, sofern die in ihrem Rahmen ausgeübten Tätigkeiten einen volkswirtschaftlichen Output generieren. Arbeitsverpflichtungen führen dann nicht nur zu einer Wohlfahrtssteigerung, sondern ermöglichen unter Umständen sogar eine Paretoverbesserung und sind zudem auch mit dem Konzept einer negativen Einkommensteuer (und damit letztlich eines Kombilohns) vereinbar. Die Grenzsteuersätze sind nicht-negativ, so dass sich aus steuertheoretischer Perspektive keine Rechtfertigung für den amerikanischen Earned Income Tax Credit ergibt.
Die Einnahmen- und Steuerpolitik in Europa steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Zwei Themen dominieren die Agenda. Erstens ist die Europäische Kommission in der Pflicht, eine Überprüfung aller Aspekte des EU-Haushaltes vorzunehmen. Sind neue Haushaltsstrukturen sinnvoll? Sind sie wahrscheinlich? Die mögliche Schaffung einer EU-Steuer würde eine Einnahmenvariante darstellen, die das komplexe Eigenmittelsystem ablösen könnte. Zweitens zwingt ein verschärfter Steuerwettbewerb die Nationalstaaten zur Modifikation ihrer Steuersysteme. Zur Debatte steht die «gemeinsame konsolidierte Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage» (CCCTB). Wie vorteilhaft ist die CCCTB? Welche Realisierungschancen hat sie? Dieses Buch beleuchtet diese Fragestellungen aus ökonomischer und juristischer Perspektive.