Religion spielte in Rom in vielen Zusammenhängen eine Rolle. Die ''Einbettung'' von Religion in verschiedene, beispielsweise soziale, politische, ökonomische oder kulturelle Kontexte wurde in den letzten Jahren aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven beleuchtet; alltägliches und vor allem beiläufiges Argumentieren mit Religiösem wurde bislang jedoch nur am Rande untersucht.Die vorliegende Untersuchung ist eine Fallstudie und befaßt sich mit der Ersten Catilinarischen Rede Ciceros. Die Studie gibt Aufschluß darüber, welche sprachliche Basis die Argumentation mit Religiösem in dieser Rede hat, sie untersucht die Beweggründe, die Cicero dazu geführt haben, in seiner Argumentation auf Religion Bezug zu nehmen, sie fragt nach dem Inhalt und nach dem Stellenwert der religiösen Argumente.Darüber hinaus trägt diese Studie zur Untersuchung so unterschiedlicher Fragen bei wie der nach dem Stil der politischen Auseinandersetzung oder der nach dem Grad und der Art und Weise der Verwurzelung von Religion in Politik und Gesellschaft der späten römischen Republik. Schließlich leistet sie einen Beitrag zum Verständnis der Ersten Catilinarischen Rede selbst.
Das 11. Internationale Kolloquium zur Historischen Geographie des Altertums in Stuttgart galt der Mobilitat in den Kulturen der antiken Mittelmeerwelt. Die Beitrage der Kolloquiumsakten gehen zum einen den Bedingungen und den Nachwirkungen von Mobilitat nach, zum andern fragen sie nach Zusammenhangen zwischen Mobilitat und Herrschaft, zum dritten thematisieren sie, wie sich Mobilitat in literarischen Quellen spiegelt. Der erste Themenkreis beleuchtet unter anderem die Motive fur Mobilitat und die Wechelwirkung zwischen Mobilitat und kulturellem Wandel. Beim zweiten Themenkreis geht es beispielsweise um (vermeintliche) Einschrankung von Mobilitat als Herrschaftsinstrument. Beitrage des dritten Themenkreises befassen sich etwa mit Mobilitat als literarischem Topos oder mit dem Einfluss der Erweiterung des geographischen Horizonts der griechischen Welt auf Mythengestaltung und Mytheninterpretation. Insgesamt wird sowohl die Mobilitat bestimmter Einzelpersonen (Aelius Aristides, Cicero, Dion von Prusa) thematisiert, als auch die Mobilitat unterschiedlicher Personengruppen (z.B. Gelehrte, Kunstler, Handler, Pilger, Senatoren, Frauen, Volker, Armeen).