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Auch der II. Band des Werkes veranschaulicht und interpretiert mit Beispielen aus über dreißig Territorien eines in der zentralen Gesetzgebung sehr aktiven Reichskreises typische und bisweilen auch untypische Kennzeichen frühmoderner "Ordnungspolitik". Diese wird für eine Zeit untersucht, der als "Sattelzeit" der Moderne eine kaum zu überschätzende Weichenstellung zufiel, nach der sich Rechte und Pflichten, öffentliche und kirchliche Ordnung, sozialer Friede, Ehre, Glückseligkeit und Wohlstand zum Teil bis heute ableiten. Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und in den ihm zugeordneten zehn Reichskreisen – dabei bestimmen der Schwäbische Reichskreis in Band I, der Fränkische Reichskreis in Band II sowie Bayern und Pfalz in band III die regionalen Schwerpunkte – setzten sowohl die Kaiser selbst als auch die legislativen Reichsorgane, allen voran die Reichstrage, auf eine bereits im 16. Jahrhundert weitgehend ausgereifte neue Form zur Vermittlung allgemeiner Normen und Wertmaßstäbe. Die zentralen Fragen lauten freilich, wie und seit wann sie umschrieben werden können und ob sie sich regional unterschiedlich entwickelten und verbreiteten. Ihre Herkunft ist nur unpräzise datierbar. In Anlehnung an die Reichsreformdiskussion des 15. Jahrhunderts, an Postulate aus der Reformationszeit und der Zeit der Bauernkriege sowie an ältere, durchaus schon breiter angelegte Gesetze des Mittelalters- Dorf- und Stadtordnungen, Bistümer, Gerichtsstatuten – formierte sich ein Regelwerk, das als frühmoderne "Policey" eine neue Gesetzesdimension schuf. Der II. Band eröffnet erstmals für Franken mit edierten Quellen einen systematischen Blick, wie die Reichsgesetzgebung auf die Statuten territorialer und städtischer "Policey" wirkte. Spannend wird zudem der grenzüberschreitende Vergleich normativer Herrschaftsinstrumente entwickelt, der Aussagen zu dem noch wenig erforschten Kommunikationssystem von Kanzlei zu Kanzlei zulässt. Regionale und überregionale Merkmale werden unter Einschluss zahlreicher Reichs- und Landstände wie dem Reichskreis selbst, den beiden Markgraftümern der Hohenzollern, Sachsen-Coburg, den Reichsstädten Nürnberg, Rothenburg, Schweinfurt und Dinkelsbühl, den Fürstbistümern Bamberg, Würzburg und Eichstätt, dem Domkapitel Würzburg, den Klöstern Münsterschwarzach, und St. Clara (Bamberg) oder einer Schar kleinerer Adelsherrschaften (Egloffstein, Ostheim, Schönborn, Thüringen, Zobel) vor dem Hintergrund europäischer Kulturgeschichte herausgearbeitet. Die Transparenz des frühmodernen Normen- und Ordnungsgefüges kann so an unterschiedlichen Typen der Territorialität – groß und klein, weltlich und geistlich, städtisch und ländlich – überprüft werden. Der Vergleich legt schließlich supraterritoriale Tendenzen offen, die einen Wissenstransfer über die engen Grenzen im Fränkischen Reichskreis von Land zu Land voraussetzen.
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Die zentralen Fragen lauten, wie und seit wann Policey-Normen umschrieben werden können und ob sie sich regional unterschiedlich entwickelten und verbreiteten. Der dritte Band eröffnet erstmals für Bayern mit edierten Quellen einen systematischen Blick, wie die Reichsgesetzgebung auf die Statuten territorialer und städtischer Policey wirkte.
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Bayerns Adel schließt primär die Adelslandschaft im Gebiet des heutigen Bayern ein. Die Autoren des Bandes untersuchen Lebensformen, kommunikative Netzwerke sowie Familien- und Herrschaftsstrukturen im, mit und unter dem herzoglichen, kurfürstlichen und königlichen Hause Wittelsbach. Es geht nicht nur um Politik, Reichstags- oder Kreistagsgeschehen mit Adelsrepräsentation, Finanzen, Kredite, Geld und Schulden, Privilegien und Recht. Weitere Themen sind das Jagdwesen, die Sakralkultur in den zahllosen Hof-, Schloss- und Burgkapellen, die Schatzkammern sowie die familienbezogene Ikonographie repräsentativer Residenzen und Palais. Betrachtet werden zudem die Unterhaltungs-, Informations- und Kommunikationsstrukturen.
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Netzwerke sind heute in ihrer Bedeutung für die kommunikative Praxis moderner Gesellschaften unbestritten. Der Band widmet sich historischen Perspektiven von adeligen Netzwerken und den unterschiedlichen Facetten von Kommunikation, Korporationen und Kooperationen des Adels, sowohl innerhalb von Grenzen als auch grenzüberschreitend. Es werden damit sowohl soziale Bezüge inner- und außerhalb von adeligen Gruppen als auch räumliche Zusammenhänge in den Blick genommen. Dies ist der Versuch, den Begriff der Adelslandschaft konkret zu fassen und neu zu interpretieren.
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Ob im Norden, Süden, Westen oder Osten – überall in der Bundesrepublik, Österreich und der Schweiz sind Ordensgemeinschaften beheimatet. Es sind Institutionen, die als Zentren der Einkehr, der Spiritualität und der tätigen Nächstenliebe in einem Netzwerk von Klosterorten und -stätten wirkten. Bis in das Reformationsjahrhundert spielten sie in Mittel- und Norddeutschland auch für die soziale Entwicklung eine beachtliche Rolle und gaben nachhaltige Initiativen für Kultur, Wissenschaft und Barmherzigkeit. Dieser Band beschäftigt sich nun insbesondere mit der süddeutschen Klosterlandschaft. Dabei rücken Schwerpunkte aus Kultur, Religion, Politik und Umwelt in den Fokus.
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Naturkatastrophen, klimatische Veränderungen sowie Kritik an der Konsumgesellschaft verleihen dem gemeinschaftlichen Tagungsband ungebrochene Aktualität. Die inhaltlich stark kontrastierenden Beiträge vermitteln vom Mittelalter bis heute ein durchwachsenes Bild von Verständnis, Wahrnehmung sowie Umgang mit der Umwelt und tragen zur Diskussion um die Begriffe «Protokonsum» und «Karmakonsum» bei. Noch junge Disziplinen wie Historische Klimatologie und Hochwasserforschung beginnen, klimatische Einflüsse auf historische Ereignisse über Staatsgrenzen hinweg zu rekonstruieren. Über Bayern hinaus besteht die Notwendigkeit, pauschale Forschungsmeinungen zum europaweiten Handel und Konsum sowie seinen schädlichen Folgen wie den europäischen Pestzügen lokal quellenbasiert interdisziplinär zu prüfen.
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In der Geografie, als einer Leitwissenschaft in Sachen «Landschaft», definiert man aktuell Städtelandschaften als maßstäblich und räumlich ganz unterschiedliche Ebenen. Diese lassen sich auf einzelne Städte, auf bestimmte Stadtregionen und selbst auf Metropolregionen oder die seit 1918 eingeführte Megalopolis projizieren. Historiker verstehen unter einer «Städtelandschaft» meist ein Gebiet mittlerer Größenordnung mit unterschiedlich starker Urbanisierung, wobei in der «Stadtlandschaft» Städte und Märkte, Bürger und Händler im umschriebenen Raum zwangsläufig eine dominierende Rolle spielen. Der interterritoriale Vergleich führt uns einerseits hinaus in die Welt der europäischen Urbanität, andererseits liegt ein deutlicher Fokus auf den großen wie kleinen Städten Süddeutschlands. In Farbe und Ausführlichkeit analysieren die Autoren dort die Stadtkultur vom Mittelalter bis zur Moderne. Politische, soziale und ökonomische Netzwerke werden ebenso behandelt wie spannende interstädtische Bezüge durch Reisende, Gelehrsamkeit, Schulen, Literatur oder Musik. Teildisziplinen wie die Historische Ortsnamenforschung runden das Bild ab.
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Tagung Bei Der Akademie Des Bistums Mainz, Erbacher Hof, 3.-5. September 2010- Unter Mitarbeit Von Regina Hindelang
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Die napoleonische «Flurbereinigung» zu Beginn des 19. Jahrhunderts zerstörte vor allem im deutschen Südwesten eine bereits im Spätmittelalter ausgeprägte und in der Frühen Neuzeit weiterentwickelte ordensumfassende Kulturlandschaft. In den zugehörigen Klöstern und Stiften entfalteten sich über Jahrzehnte hinweg in den verschiedensten zivilisatorischen Feldern kulturelle Highlights. Die Beiträge des vorliegenden Bandes präsentieren vielfältige Ansätze zur Untersuchung der sakralen Landschaft Süddeutschlands und der Kulturleistungen geistlicher Institutionen vom späten Mittelalter bis zur Säkularisation und der unmittelbaren Zeit darüber hinaus. Der Bogen der Untersuchungen spannt sich aus über die Themenbereiche Wissenschaft und Bildung, materielle Kultur, Literatur und Kunst sowie Raum und Mobilität.