Catulls Epigramme im Kontext hellenistischer Dichtung
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2 400 kr
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Schweigen ist die Negation von Rede, zugleich aber ein unerlässlicher Bestandteil von Rede und Kommunikation. Diese Erkenntnis, die für die gesprochene Sprache gilt, lässt sich jedoch nicht einfach auf die erzählende Literatur übertragen: Schweigen im Epos bedeutet stets die Darstellung von Schweigen durch den Erzähler. Insofern ist es stets funktional. Die vorliegende Studie geht der Frage nach, wie im römischen Epos Stille, Schweigen, Sprachlosigkeit und Verweigerung der Kommunikation bis hin zur völligen Abwesenheit eines Protagonisten eingesetzt werden. Sie will sich dabei nicht auf eine Untersuchung einzelner Motive (z.B. Schweigen aus Liebe oder aus Trauer) beschränken, sondern die Funktion des Schweigens als Bestandteil der Dramaturgie der Kommunikation aufzeigen. Diese wird für jedes Epos – die Aeneis, die Pharsalia, die Argonautica des Valerius Flaccus und die Thebais – unter stetem Rückgriff griechischen Vorbilder in je einem eigenen Kapitel detailliert untersucht. Im Schlusskapitel werden die Ergebnisse verglichen, wobei neben einer Reihe von Motivähnlichkeiten auch große Unterschiede in der Erzähltechnik deutlich werden. Ein autorenübergreifendes Kapitel über das Schweigen von Nacht und Natur rundet die Arbeit ab.
2 400 kr
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Im vorliegenden Band werden Petronius’ Satyrica in 22 deutschen und italienischen Beiträgen von Althistorikern, klassischen Philologen, Archäologen und Wissenschaftshistorikern unter folgenden Gesichtspunkten untersucht: Historischer und kultureller Kontext / Rhetorik und Linguistik / Narrativik / Kunst / Rezeption. Damit wird ein aktuelles Panorama der gegenwärtigen facettenreichen Petron-Forschung geboten.In der letzten Rubrik werden unter anderem Nachwirkungen der berühmten Novelle der Witwe von Ephesos in den Blick genommen sowie eine kritische Edition und eine Interpretation der Berichte des Philosophen Leibniz über die Aufführung der Cena Trimalchionis am Hof von Hannover veröffentlicht.
2 864 kr
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Die vorliegende Arbeit unterzieht die in der sozialgeschichtlichen Forschung vorherrschende Meinung, dass die Gesellschaft des Römischen Reiches eine ständische Gesellschaft gewesen sei, am Beispiel der römischen Provinz Macedonia einer kritischen Überprüfung. Die Analyse des überwiegend inschriftlichen Quellenmaterials zeigt, dass sich dort – anders als in anderen Regionen des Reiches – keine ständisch geprägten Eliten nachweisen lassen. Daher ist auch stärker als bisher mit regionalen Unterschieden in der Gesellschaftsstruktur zu rechnen.
1 919 kr
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Die griechische Biographie der hellenistischen Zeit stellt eine Gattung dar, die trotz der Bemühungen der letzten Jahrzehnte noch immer unzureichend erschlossen ist. Der Grund hierfür liegt vor allem im fragmentarischen Zustand der Werke. Der vorliegende Sammelband vereint die Vorträge eines internationalen Kongresses in Würzburg im Jahr 2006 zu diesen Schriften. Neben zum Teil erstmaligen literarischen Portraits einzelner Autoren finden sich in diesem Band Untersuchungen über Vorformen der Gattung und die Wechselwirkung mit anderen zeitgenössischen Literaturformen sowie Studien zur literarischen Technik und Motivik der hellenistischen Biographie. Die Aufsätze stellen einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung der hellenistischen Biographie dar und zeigen deren Bedeutung im literarischen Kontext ihrer Zeit und für die erhaltenen Biographien der Kaiserzeit.
1 913 kr
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Im Mittelpunkt dieser Plautus-Interpretation steht die Besonderheit Plautinischer Dramaturgie, die von der Autorin auf der Grundlage eines methodisch neuen Ansatzes erarbeitet wird. Ausgehend von den Leitgedanken einer seit über 2000 Jahren geführten Diskussion um das Phänomen des Komischen wird zunächst ein eigenes, in dieser Form noch nicht vorliegendes Strukturmodell dramatischer Komik entworfen. Nicht nach traditionell analytischem Verfahren, sondern weitestgehend textimmanent werden auf dieser Basis Einzelpassagen Plautinischer Komödien sowie die Menaechmi in ihrer Gesamtheit untersucht. Dabei zeigt sich, dass die für jede Komödie grundsätzlich relevanten Kategorien Wissensstrukturen zwischen Zuschauern und Bühnefiguren, Komik und Spannung, von jedem einzelnen Dramenautor individuell umsetzbar, bei Plautus in dramatisch besonders wirkungsvoller und kohärenter Form Anwendung finden, was als Plautinische Poetik bezeichnet werden kann. Die Studie bietet somit nicht nur zahlreiche Anregungen für die Plautus-Forschung, sondern die Untersuchung zum Phänomen der Dramatischen und Komischen überhaupt.
3 742 kr
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Das Vorkommen fiktionaler direkter Reden ist für den modernen Leser das wohl auffallendste Merkmal antiker Geschichtswerke. Diese Arbeit untersucht die rhetorische Gestaltung und die narrative Funktion der aus dem Epos übernommenen Reden bei Herodot und Thukydides. Ausgehend von der für die antike Historiographie als unzulänglich erwiesenen Unterscheidung von Dichtung und Geschichtsschreibung in Aristoteles’ Poetik , den Reden im Epos und der modernen Narratologie, werden durch die umfassende und systematische Analyse der direkten und indirekten Reden im Xerxes-Feldzug und in der Sizilischen Expedition formale und inhaltliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden Historikern im Gebrauch der Reden herausgearbeitet. Als ihre Hauptfunktionen werden die Dramatisierung der Handlung, die Charakterisierung der handelnden Figuren und Staaten und die indirekte Deutung und Kommentierung des Geschehens durch den Historiker erkannt. Diese Erkenntnisse bilden die Basis für den Vergleich mit Polybios und der modernen Historiographie, in der zwar keine fiktionalen direkten Reden mehr vorkommen, in der aber die neu belebte Debatte zwischen narrativer Geschichte und Strukturgeschichte durch die Ergebnisse dieser Untersuchung bereichert werden kann.
Untersuchungen Zu Einem Pseudoplatonischen Dialog
1 665 kr
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Wie die meisten unechten platonischen Schriften ist der Alkibiades II unzureichend erforscht. Die vorliegenden Untersuchungen zum pseudoplatonischen Alkibiades II enthalten umfangreiche Quellenforschungen, durch die die philosophischen Vorstellungen, die dem Werk zugrunde liegen, als die des Antisthenes erwiesen werden. Dabei werden neben den Memorabilien weitere philosophische Schriften des Xenophon und andere pseudoplatonische Dialoge in den Blick genommen, die in einzelnen Abschnitten dieselben Quellen wie der Alkibiades II zu verwenden scheinen. Im Alkibiades II werden einerseits Schriften des 4. Jh. v. Chr. (Platon, Antisthenes) als Quellen verwandt, andererseits wird gegen die Stoa des Zenon von Kition und den Peripatos der damaligen Zeit als zeitgenössische philosophische Konkurrenten polemisiert. Der pseudoplatonische Dialog ordnet sich auf Grund seiner Polemik und seines spezifischen Umgangs mit der philosophischen Protreptik in die Akademie z.Zt. des Polemon ein. Anhand seiner Struktur wird das Werk als ein sokratischer Alkibiades-Dialog verstanden. So ist sein Titel „Alkibiades“ erklärbar.
Textgeschichte, Edition, Übersetzung
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1 977 kr
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Die Schrift „Über die alte Heilkunst“ wird allgemein als ideen- bzw. medizingeschichtliches Dokument ersten Ranges geschätzt. Einer angemessenen Interpretation des Werkes als Ganzes erwies sich allerdings dieser Ruhm bisher eher als hinderlich. Der Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit liegt in der Untersuchung der wissenschaftlichen Polemik des Verfassers. Dieser Ansatz wirft nicht nur neues Licht auf manche Frage, die trotz vieler Bemühungen noch auf eine überzeugende Antwort wartet, sondern ermöglicht erst, indem der raffinierten Strategie des Autors nachgespürt wird, die Schrift als ein Juwel der frühgriechischen Prosa zu würdigen.
1 900 kr
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1 762 kr
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Fr. 140 V.
1 727 kr
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Das Buch behandelt Alkaios Frg. 140 V. (marmairei de megas domos ...). Die sprachliche, stilistische, geschichtliche und literarische Analyse ist ausführlich und durch die gesamte griechische Literatur weiterverfolgt. Die Abhandlung versucht die bisher oft widersprüchlich vorgeschlagenenen Interpretationen dieses Textes zu übertreffen: sie werden als eine hartnäckige „Luftspiegelung“ (in der Bedeutung des ital. „miraggio“ im Titel) betrachtet.
Die vorgeschlagene Deutung fasst den Text als eine „revolutionäre“ Ode auf, mit der sich der verbannte Dichter an die in seiner Heimat gebliebenen Freunde und Verschwörer wendet. Um den Tyrannen zu stürzen, sollen sie zu den Waffen greifen, die den Feinden weggenommen und im großen Tempel geweiht wurden. Die sollten nicht nur vorangegangene Heldentaten beweisen, sondern auch in dem bevorstehenden angekündigten Sturm gegen den Tyrannen tatsächlich benutzt werden. Eine „Brief-Ode“, die als solche nicht überraschen soll, da Alkaios eine weitere Nachricht an die Freunde im Frg. 400 V. schickt.
Das Beispiel des Alkaios setzt sich in der gesamten klassischen Kultur durch, spiegelt Sinn und Bedeutung nicht nur des Alkaios selbst wider, sondern jeder weiteren Komposition, die zu dieser Gattung gehört und im Buch aufgezeigt und erforscht wird.
3 046 kr
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Der vorliegende Band ist den in den homerischen Epen begegnenden Vorbildern, Werten und Normen und deren inhaltlich und sprachlich vielfältiger Darstellung gewidmet. Zuerst wird die Beschreibung einiger herausragender Helden und ihrer bedeutsamsten Wesenszüge und Handlungen analysiert. Dann wird die Schilderung wichtiger Eigenschaften und Fähigkeiten wie Tatkraft, Mut, Einsicht, Erfindungsgabe, Rechtsempfinden, Besonnenheit, Respekt, Wahrheitsliebe, Zuverlässigkeit, Freundlichkeit, Fürsorge und Mitleid in ihrer Fülle und ihrem Reichtum dokumentiert und erörtert. Schließlich wird die Verwendung solcher Begriffe wie „notwendig“, „richtig“, „angemessen“, „wünschenswert“ und „nützlich“ behandelt, ergänzend die Bedeutung von Anerkennung und Ruhm. Ziel des Buches ist es, die Ideale und moralischen Anschauungen und Maßstäbe im Einzelnen herauszuarbeiten, durch die die homerischen Epen nicht nur die Literatur der Griechen, sondern auch deren Reflexionen über Erziehungsideale und ethische Normen über Jahrhunderte beeinflusst haben.
1 727 kr
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Im Mittelpunkt dieser historisch-hermeneutischen Studie steht Marsilio Ficinos 1469 veröffentlichter Symposion-Kommentar De amore, der als Synthese des ficinianischen Platonismus bezeichnet werden kann und zugleich als Grundtext der Liebestheorie der europäischen Renaissance. Der Frage nach den Intentionen Platons im Symposion wird ebenso große Bedeutung eingeräumt wie der Wendung, welche die philosophische Figur des Eros in Plotins Enneade III 5 nimmt, auf die Ficino rekurriert. Dabei werden auch und gerade die Differenzen benannt, die Ficinos Platonismus von Platon trennen. Ficinos Version des Platonismus, wie er sie in De amore entwickelt, gewinnt beispielsweise in seinem an Lukrez anknüpfenden Interesse für naturphilosophische Fragen der Liebestheorie Gestalt, das selbst wiederum als Antwort auf die Fragen zu begreifen ist, die der volkssprachliche Diskurs über die Liebe dem Ausleger des Symposion vorgaben. Dass Ficinos Kommentar gerade auf diesen Wissensdiskurs der Laien als Rezeptionskontext zielt, kann an zahlreichen Einzelbeobachtungen belegt und interpretatorisch fruchtbar gemacht werden. Ein detailreiches Stück Humanismusforschung und zugleich ein origineller Beitrag zu einer Geschichte der Liebe in philosophischer Hinsicht.
Ausgewählte Kleine Schriften
1 900 kr
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Egert Pöhlmann war bis 2001 Ordinarius für Klassische Philologie an der Universität Erlangen. Die hier vereinten Kleinen Schriften reichen von 1968 bis 2008. Neben Beiträgen zur Griechischen und Lateinischen Philologie und zur Antiken Musik stehen solche, die die Verbindung von Themen der Klassischen Philologie zu benachbarten Fächern wie Antike Philosophie, Archäologie, Kunstgeschichte, Neuere Deutsche Literatur und Musik suchen. Schwerpunkte innerhalb der Klassischen Philologie sind Theorie und Geschichte der literarischen Gattungen, Textgeschichte und Textkritik, Bühnendichtung und Bühnenspiel sowie das Nachleben der Antiken Literatur. Die Beiträge zur Antiken Musik wenden sich der Antiken Musiktheorie und der Musikpraxis der Antike zu. Antike Bühnenbauten sowie Vasenbilder schlagen die Brücke zur Archäologie. Der Band wird durch ein Schriftenverzeichnis von Egert Pöhlmann beschlossen.
Studien Zu Den Briefen Des Jüngeren Plinius
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Das Image des ptolemäischen Königs und seiner Familie wurde maßgeblich von Ptolemaios II. (282-246 v. Chr.) gestaltet. Seine Vorgaben der medialen Repräsentation hatten bis zum Ende des Ptolemäerreichs Bestand und waren über Ägypten hinaus in der hellenistischen Welt einflussreich. Zu den Hauptelementen seiner monarchischen Selbstdarstellung gehörten die Dualität auf dem Thron, eng verbunden mit der Geschwisterehe, die geradezu zum ptolemäischen Markenzeichen wurde, und die Apotheose des Herrscherpaars zu Lebzeiten. Die Untersuchung beleuchtet die politische Ikonographie des ptolemäischen Königspaars gegenüber makedonischen, griechischen und ägyptischen Rezipienten in literarischen, epigraphischen, numismatischen und bildlichen Quellen. Im Kontext der Darstellung der Ptolemäer in pharaonischer Tradition gegenüber der einheimischen Bevölkerung wird der Aspekt ihrer Abgrenzung von den Persern als Herrscher über Ägypten thematisiert. Insbesondere wird die symbolische Codierung der Darstellung der ptolemäischen Königin am Beispiel der Schwester und Frau Ptolemaios’ II., Arsinoë II. betrachtet, die als archetypisches Vorbild für die nachfolgenden Königinnen gilt. Dabei wird in Auseinandersetzung mit den vorherrschenden Forschungspositionen der Frage nachgegangen, inwieweit das Image der Königin ihre politischen Handlungsräume widerspiegelt.
1 919 kr
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Das dritte Bruno Snell-Symposion stellt die interdisziplinären Beiträge zur Aktualisierung von Antike unter den Leitbegriff der Inszenierung. Der Begriff deckt ein Spektrum ab, das vom klassischen Theater bis zu metaphorischen Konnotationen reicht. Das Ergriffenwerden im Sinne des aristotelischen Affekts gehört ebenso in dieses Feld, wie die Selbstverständigung und -inszenierung einer Gesellschaft, die mediale Inszenierung und die Neuinterpretation des bekannten Materials.Ausgehend von der Frage nach der Selbstinszenierung der athenischen Polisgesellschaft und dem Verhältnis von Sprache und Gestik in der griechischen Tragödie, zeigen die Beträge zu Montaigne, zur romantischen Ode in England, zu Paveses Dialog mit der Antike, zur deutschen Lyrik und zum Einfluss der Antike auf den Naturbegriff in der deutschen Literatur wichtige Stationen europäischen Antikeverständnisses auf. Die Aktualisierung des griechischen Körperkults gibt Anlass zu kritischer Nachfrage, LaButes Pygmalion wirft die Frage nach Relevanz des Stoffes in den USA der Gegenwart auf, am Beispiel Thomas Hettches lassen sich antike Mythen als Inszenierungsmittel für ästhetische Probleme beschreiben.
2 487 kr
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Studien Zur Rezeption Der Attischen Tragödie Und Der Hellenistischen Dichtung Im Bellum Civile
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In seinem Bürgerkriegsepos fiktionalisiert Lucan den historischen Stoff in einer intensiven literarischen Auseinandersetzung mit seinen Vorgängern, die bisher meist anhand seines Verhältnisses zur Geschichtsschreibung und zur römischen Epik untersucht worden ist. Die vorliegende Studie schließt eine Lücke der Lucan-Forschung, indem sie den Blick über die Sprach- und Gattungsgrenzen hinweg auf die Rezeption der griechischen Literatur richtet, insbesondere der attischen Tragödie und der hellenistischen Dichtung. Am Beispiel ausgewählter Passagen wird die Bedeutung von mythisch-literarischen Modellen wie dem Troianischen Krieg und dem Bruderkrieg um Theben für Lucans epische Gestaltung des Bürgerkriegsthemas aufgezeigt. Mittels intertextueller und narratologischer Analysen wird die Adaptation und Transformation der griechischen Prätexte untersucht, die im Bellum civile sowohl direkt als auch in der Vermittlung über lateinische Texte, etwa die Tragödien Senecas, rezipiert sind. Dabei soll auch der Frage nachgegangen werden, in welcher Weise in unterschiedlichen historischen und gesellschaftlichen Kontexten der antiken Kultur Kriegs- und Bürgerkriegserfahrungen im Medium des Mythos und der Dichtung gespiegelt werden.
3 046 kr
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Die Hekale des hellenistischen Dichters Kallimachos stellt eines der bekanntesten Kleinepen der griechischen Literatur dar und fand als solches großen Anklang in der Antike. Im Mittelpunkt dieser Untersuchung steht die bisher nur selten gestellte und daher nicht ausreichend behandelte Frage nach dem Verhältnis der Hekale zu dem homerischen Epos, und zwar zur Odyssee. Den gewonnenen Erkenntnissen zufolge stellt sich heraus, dass die Odyssee ebenso deutlich wie nachhaltig die Sprache, die Figurenkonstellation des hellenistischen Miniaturepos wie auch die gesamte Struktur dessen Handlung beeinflusste. Die Untersuchung dokumentiert die zahlreichen und verschiedenartigen Rekurse, Anklänge, Anleihen, die Kallimachos auf sprachlicher, figurenbezogener und nicht minder auch struktureller Ebene bei der Odyssee gemacht hat, indem sie Lesestrategien in Anspruch nimmt, die auf Inter- und Intratextualität, Erzähltheorie, poetische Etymologie, Mündlichkeit vs. Schriftlichkeit und Geschlechterforschung beruhen. In diesem methodischen Rahmen enthält sie mehrere Interpretationsversuche, die neues Licht auf die ‚kleinen Leute‛ sowohl des homerischen als auch des hellenistischen Epos werfen sollen.
2 700 kr
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Nur wenige Tragödien Senecas lassen sich bisher mit einiger Sicherheit datieren: Hercules furens und Troades sind sehr wahrscheinlich vor Kaiser Claudius' Tod geschrieben, denn die paratragodischen Elemente der Apocolocyntosis verweisen auf diese Stücke, Thyestes und Phoenissae bilden, wie sprachliche und andere Indizien nahelegen, die letzten der dramatischen Werke. Die hier vorgelegte Untersuchung gelangt zu einer relativen Chronologie sämtlicher Tragödien, indem sie - eine Methode, die bislang nur sporadisch angewandt wurde - sprachlich-motivische Parallelen, die sich in zwei (oder mehr) Tragödien finden, mit dem Ziel analysiert, die jeweils frühere bzw. spätere Fassung zu ermitteln. Das Kriterium ist die je größere oder geringere "Erwartbarkeit" einer Formulierung. Auf diesem Weg wird die Vermutung bestätigt, dass Thyestes und Phoenissae am Ende der Reihe stehen, wird aber auch eine neue Reihenfolge der sechs älteren Stücke begründet, nämlich: Hercules furens, Oedipus, Phaedra, Medea, Troades, Agamemnon. Also sind - zumindest - auch Oedipus, Phaedra und Medea vor dem Regierungsantritt Neros verfasst. Dies hat erhebliche Konsequenzen für die Versuche, in den Tragödien Anspielungen auf zeitgenössische Ereignisse zu finden.
2 103 kr
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Das Oströmische Reich in Den Ersten Drei Jahren Seiner Regierung (457 - 460 N. Chr.)
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Als im März 457 der Erzbischof von Alexandria ermordet wurde, war dies der Beginn der Spaltung in eine ‛orthodoxe’ und eine ‛monophysitische’ Kirche. Die durch die Tat ausgelöste religionspolitische Krise konnte der neu zur Herrschaft gelangte Kaiser erst drei Jahre später vorläufig beenden. Der Autor untersucht Eigenarten und Motive des dabei zutage tretenden antichalkedonischen Widerstands in Ägypten, Palästina, Syrien und Konstantinopel und beschreibt detailliert die Krise selbst und ihren politischen Hintergrund in der Hauptstadt. Der neue Kaiser, noch ohne eigene Machtbasis, sah sich den entgegengesetzten Ansprüchen des drohenden Papstes, eines unzuverlässigen Erzbischofs und des übermächtigen Aspar ausgesetzt, der ihn auf den Thron befördert hatte - eine Konstellation, die das Chalcedonense mehrfach in Gefahr brachte und schließlich zu einer ungewöhnlichen Lösung führte. Im Mittelpunkt der Studie steht, so weit die Quellen das zulassen, Kaiser Leo: Neben der Religionspolitik werden seine Persönlichkeit, seine anfängliche Haltung gegenüber dem Westreich und den Ostgoten, die Gesetzgebung sowie die ersten Emanzipationsversuche von Aspar rekonstruiert und interpretiert.