Fernsehen im Urteil der Zuschauer
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Grundstrukturen Einer Öffentlichen Form Der Kommunikation Aus Linguistischer Sicht
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Im Jahr 1609 erscheinen erstmals Wochenzeitungen in deutscher Sprache. Das neue Medium verbreitet sich rasch, so daß bald fast jede größere Stadt ihre Zeitung bekommt. Leser der Zeitungen sind Vertreter der Höfe, Ratsherren, Theologen und Gelehrte, aber auch der 'gemeine Mann'. Auf Grund ihrer weiten Verbreitung bilden die Zeitungen einen wichtigen Faktor in der Entstehung einer überregionalen Schriftsprache. Die Beiträge des vorliegenden Bandes präsentieren Ergebnisse eines DFG-Projekts an der Universität Tübingen, in dem Textstrukturen, syntaktische Strukturen und der Aufbau des Wortschatzes der Zeitungen analysiert wurden. Zentrale Fragestellung ist die Entstehung und Entwicklung des zeitungstypischen Sprachgebrauchs im 17. Jahrhundert. Weitere Themen sind die Fragen der Aktualität, Wahrheit und Verständlichkeit der Zeitungsberichterstattung sowie die zeitgenössische Sprach- und Zeitungskritik.
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Die Arbeit entwickelt erstmals eine von hermeneutischen Grundannahmen geleitete systematische Theorie des Films und reflektiert deren methodische Konsequenzen für die Analyse und Interpretation von Filmen. Ausgehend von einer - die Distanz zu filmsemiotischen Theoremen begründenden - Explikation des semiotischen Status ikonischer Zeichen und auf der Grundlage einer sprechakttheoretischen Bestimmung filmischer Kommunikation (Kap. I) werden die wichtigsten Strukturen filmischer Informationsvergabe einer theoretischen und methodenpraktischen Reflexion unterzogen. Für die Formen des Kameraverhaltens (Kap. II) wird ein Kategorienraster entwickelt, das Möglichkeiten ihrer funktionalen Qualifizierung eröffnet. Die Formen filmischer Montage (Kap. III) werden im Rekurs auf den Begriff des Textschemas klassifiziert und systematischer Erfassung zugänglich gemacht. Die Bestimmung filmischer Erzählsituationen (Kap. IV) reformuliert literaturwissenschaftliche Begriffe für filmwissenschaftliche Belange. Entsprechendes gilt für das Verfahren dramatischer Informationsvergabe und Formen der Perspektivenstruktur im Film (Kap. V, VI), die - mit Ausnahme der (über humanethologische und soziologische Kategorien erfaßten) nonverbalen Kommunikation - im Rekurs auf dramentheoretische Begriffe expliziert werden. Die abschließende Rekonstruktion uneigentlicher Bilderrede (Kap. VII) weist deren metalogische (den sprachlichen figurae sententiae analoge) Struktur nach und entwickelt für die Beschreibung ihrer Formen eine neue Explikation der Begriffe 'Allegorie' und 'Symbol'.
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Die Veränderungen, die die Computersysteme mit sich bringen, haben eine völlig neue Qualität. Computersysteme sind nicht bloße konventionelle technische Hilfsmittel wie etwa eine Schreibmaschine, sondern sie verlangen eine teilweise völlig neue Form der Arbeitsorganisation, die alle Bereiche eines Verlages erfaßt. Bereits jetzt sind verschiedene technische Arbeiten zum konstanten Faktor redaktioneller Arbeit geworden. Hier besteht die Gefahr, daß die Redakteure ihre inhaltlich-journalistischen Aufgaben vernachlässigen, was zwangsläufig eine qualitative Abwertung des Berufes mit sich bringen würde. Andererseits erwachsen den Journalisten durch die Rechnersysteme auch neue Gestaltungsfreiräume. In dieser empirischen Untersuchung soll herausgefunden werden, wie sich der Einsatz der Rechnersysteme auf die tägliche Arbeit der Redakteure konkret auswirkt. Wie wird redigiert, wie viele und welche Stationen durchlaufen die Texte in den verschiedenen Ressorts, und was wird dort wann mit dem Material gemacht? Und vor allem auch: Wie viele technische Arbeiten werden von den Journalisten bereits übernommen? Um dies herauszufinden, wurden Fragebögen an Redakteure verteilt und Zeitungsartikel analysiert. Dabei zeigt es sich, daß sich verschiedene technische Arbeiten in die Redaktionen verlagert haben und die Organisation in den Ressorts durch den Rechnereinsatz auf verschiedene Weise beeinflußt wird. So hat sich etwa das Berufsbild des technischen Redakteurs herausgebildet. Das durch die Rechner neu gewonnene Potential wird bisher nur auf dem Sektor des Layouts eingesetzt. Nur wenige Redakteure nutzen jedoch die besseren Recherchemöglichkeiten, um das Informationsangebot intensiver aufzuarbeiten.
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Analysiert wird der Herstellungsprozeß einer Hörfunk-Wortproduktion. Dafür wurde die Aufnahmeprozedur im Studio aufgezeichnet und als Material verschriftlicht (Gesamtdokumentation im Anhang). Nach Skizzierung der medialen Voraussetzungen (Produktion im Hörfunk) und der Grundlagen des schauspielerischen Handwerks entwirft der Autor eine Konzeption, die den sprachlichen Austausch einbettet in die biologische Entwicklungsgeschichte des Menschen und die Funktionalität dieses Kontakts über den rein rationalen Zeichenaustausch hinaus zeigen will. In Anlehnung an Pinkers Modell der 'Sprache als Instinkt' und in Verbindung mit Ergebnissen neurologischer Forschungen (Dennett, Damasio, Calvin) argumentiert der Autor für einen weitergefaßten Sprachbegriff, in dem Emotion nicht eine Ausnahmeerscheinung innerhalb der alltäglichen Kommunikation ist, sondern der Regelfall in dem Sinn, daß Emotionen Wahrnehmungen und Verhalten ununterbrochen begleiten und konfigurieren und daß Emotionen in unterschiedlichen Graden der Präsenz, ebenso ununterbrochen den sprachlichen Äußerungen im zwischenmenschlichen Austausch unterlegt sind und ihre - in der Regel nicht bewußt wahrgenommene - Wirkung in der Interaktion entfalten.
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Medien Und Persönlichkeit
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Geschichte Und Gestalt Des Organs Der Reichsführung SS
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Die vorliegende Arbeit untersucht die in den Jahren 1935 bis 1945 von Heinrich Himmler in seiner Funktion als Reichsführer SS herausgegebene Wochenzeitung der Schutzstaffeln der NSDAP. Mit einer zeitweiligen Auflagenhöhe von 1,08 Millionen Exemplaren wurde »Das Schwarze Korps. Zeitung der Schutzstaffeln der NSDAP. Organ der Reichsführung SS« - so der vollständige Titel - unter Führung seines Hauptschriftleiters, SS-Standartenführer Gunter d'Alquen, zur zweitgrößten Wochenzeitung nach dem »Reich«. Das Blatt erwarb sich als aggressiver Verfechter eines "kristallklaren Nationalsozialismus" bald den Ruf einer "Reichsbeschwerdestelle", indem es auf Zuschriften von Unzufriedenen und Denunzianten aus der Bevölkerung zurückgriff. In seinen Beiträgen prangerte es mit puristischem Eifer tatsächliche oder vermeindliche Mißstände im Land an, so daß es zu einer Vielzahl weltanschaulicher Konflikte und Kompetenzrivalitäten mit anderen Institutionen des NS-Herrschaftsapparates kam.
Die Arbeit hat einen interdisziplinären Ansatz, der die Fächer Germanistik und Geschichte in gegenseitiger Ergänzung miteinander verbindet. Dementsprechend bietet die Untersuchung neben einer Darstellung der Geschichte des »Schwarzen Korps« eine Analyse seiner inhaltlichen Konzeption, seines Sprachgebrauchs und seiner formalen Gestaltung. Behandelt werden im einzelnen die Geschichte der Kommunikatoren (I. Kapitel), der historische Kontext (II. Kapitel), die Abhängigkeiten von den politischen Instanzen (III. Kapitel), die thematischen Schwerpunkte (IV. Kapitel) und schließlich die sprachliche (V. Kapitel) und formale Gestaltung (VI. Kapitel). Als Fazit werden die Ergebnisse der vorangegangenen Darstellungen und Auswertungen als Profil- und Positionsbestimmung des »Schwarzen Korps« im "NS-Blätterwald" konzentriert vorgestellt.
Feministische Perspektiven zur Produktion von Weiblichkeit im Diskurs >Film<
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Am Beispiel der französischen Presse untersucht die vorliegende Studie erstmals Entstehung und Entwicklung des journalistischen Interviews und liefert somit einen romanistischen Beitrag zur Geschichte einer zentralen journalistischen Darstellungsform. Im Zentrum der historischen Interview-Typologie, die mit den Methoden einer pragmatisch ausgerichteten Textlinguistik in exemplarischen Einzelanalysen gewonnen wird, steht die Visite: Sie basiert auf dem sozialen Handlungsmuster einer in der französischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts beheimateten Besuchskultur und sollte die Interview-Tradition in Frankreich über Jahrzehnte hinweg prägen. Zudem verdeutlicht die Visite, die die Anfänge der Texttradition in den 1860er Jahren markiert, die historische Verwandtschaft des Interviews mit der journalistischen Reportage und dem naturalistischen Roman. Dagegen wird die Bedeutung des Verhörs, das in der publizistischen Forschung bislang als historischer Prototyp des Interviews galt, zumindest für die französische Entwicklung deutlich relativiert.
Die Untersuchung, deren zweite Säule eine historische Begriffsanalyse zeitgenössischer Interview-Bezeichnungen bildet, basiert auf einem umfangreichen Textkorpus. Dessen Schwerpunkt liegt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, doch dokumentiert die Sammlung von 240 Texten aus dem Zeitraum von 1789 bis 1999 zugleich die Geschichte des französischen Presseinterviews in zwei Jahrhunderten.