Goethe und die Rhetorik
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Konzepte von Angemessenheit in der Theorie der Rhetorik von den Sophisten bis zur Renaissance
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Zur Philosophie der Rhetorik und zur Rhetorik der Philosophie
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Exemplarische Studien zum Überzeugenden
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Kulturwissenschaftliche Untersuchungen Der Rhetoriken Künstlicher Intelligenz
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Kulturwissenschaftliche Untersuchungen Der Rhetoriken Künstlicher Intelligenz
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Geschichte, System, PRAXIS ALS Probleme Des Historischen Wörterbuchs Der Rhetorik
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Ein Beitrag zur Philosophiegeschichte der Rhetorik
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Das Buch liefert eine grundlegende Einführung in die Theorien der maßgeblichen Begründer der 'New Rhetoric', vertreten durch Ivor A. Richards, die Vertreter der Allgemeinen Semantik, Richard M. Weaver und Kenneth Burke. Der Autor skizziert Grundzüge und macht dabei auf einen Impuls aufmerksam, der die 'New Rhetoric' in der Anfangszeit übereinstimmend kennzeichnet und welcher die Entwicklung der Rhetorik als akademische Disziplin in den USA beeinflußte.
Die These: Wesentlicher Bestandteil dieser Theorien ist der Leitgedanke, für die Rhetorik den Anspruch auf den Status einer Grundwissenschaft zu artikulieren und geltend zu machen. Dieser Anspruch wird aus zwei miteinander verbundenen Gesichtspunkten hergeleitet: 1. Sprache dient vorrangig einer sozialen Funktion, die sich in rhetorischer Praxis manifestiert. Rhetorik ist entsprechend ein gesellschaftlich ubiquitäres Prinzip. 2. Die Fähigkeiten des Denkens, Redens und Verstehens sind als unauflöslicher Bedeutungs- und Wirkungszusammenhang zu verstehen und demnach in einer Theorie zu erarbeiten, die an sprachlich bedingter Wirkung interessiert ist. Mit diesem Verständnis wird das Bild von der Rhetorik als einer generativ ausgerichteten Lehre durch das Erarbeiten und Hervorheben ihres kritisch-rezeptiven Instrumentariums und Potentials ergänzt. Rhetorik - als Kunst der wirkungsvollen Rede rezipiert - wird auch explizit als Kunst des Denkens und Verstehens vermittelt. Dieses übereinstimmende Merkmal macht der Autor anhand folgender Fragestellungen deutlich: Welches Menschen- und Gesellschaftsbild wird gezeichnet? Wie wird Sprache und deren Bedeutung charakterisiert? Welches ontologische und epistemologische Verständnis dient als Grundlage? Welche Funktion wird der Rhetorik im individuellen und gesellschaftlichen Bereich zugeschrieben?
Rhetorische Reflexion Im Ausgehenden Fünften Jahrhundert V. Chr.
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Das letzte Drittel des fünften Jahrhunderts v. Chr. stellt eine wichtige Epoche in der Geschichte der Rhetorik dar. Nachdem sie möglicherweise in Sizilien aufgekommen war, wurde die Rhetorik durch die Sophisten in Athen gelehrt und verbreitet, wo das Interesse an Redefähigkeiten durch Neuerungen in Politik und Gerichtswesen stark gestiegen war. Auf Grund der Quellenlage ist das Wissen über Einzelheiten des Redeunterrichts jener Zeit allerdings äußerst spärlich, was zu sehr divergierenden Einschätzungen in der Forschung geführt hat. Im vorliegenden Buch wird daher eine in diesem Zusammenhang bisher nicht genutzte Informationsquelle systematisch erschlossen: Die aus dem ausgehenden fünften Jahrhundert erhaltenen schriftlichen Werke - Dramen, Geschichtsschreibung und Gerichtsreden - werden auf Äußerungen zum Thema Überreden/Überzeugen (griech. peithein) hin ausgewertet, um über das rhetorische Reflexionsniveau der Zeit Aufschluß zu gewinnen. Denn jene Texte enthalten eine Fülle von Überlegungen zur Person des Redners, zu Publikumspsychologie, Gefühlsstrategien und rationalen Mitteln der Rede (Argumenten, Belegen usw.). Darüber hinaus lassen diese Überlegungen erkennen, daß der Überzeugungsprozeß bereits damals als ein analysierbarer und beeinflußbarer Vorgang verstanden wurde.
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Ausgehend von der Erkenntnis, daß die herkömmliche Purismus-Debatte den Begriff der Sprachreinheit einseitig unter dem Primat der sogenannten Fremdwortfrage verstanden hat, entwickelt der Autor in dieser Studie ein komplexeres Bild der Wort-, Bedeutungs- und Wirkungsgeschichte des Begriffs "Reinheit" im deutschen Sprachraum von Luther bis Adelung, um von dieser Grundlage aus auch den engeren Begriff der "Sprachreinheit" neu einzugrenzen. Dies gelingt vor allem dadurch, daß der diskutierte Begriff zuerst als Problem der Rhetorik - nämlich in der differenzierten Tradition der rhetorischen puritas - gesehen wird; auf der Einsicht in den gleichermaßen ästhetischen wie pragmatischen Charakter der Rhetorik basiert der interdisziplinäre Forschungsansatz, mit dem der Autor seinen Gegenstand erschließt. Das zentrale Anliegen dieser Studie ist es, die Wirksamkeit der Kategorie puritas nicht auf die Sprache beschränkt zu sehen, sondern ihr in weiteren relevanten Feldern der sich im Untersuchungszeitraum konstituierenden bürgerlichen Gesellschaft nachzugehen: im sowohl lebenspraktisch wie wissenschaftstheoretisch dominanten Bereich der Theologie und Religiosität - hier insbesondere bei Luther und im Pietismus, im Bereich der Poetik sowie der Sprachgeschichte und -philosophie, im Bereich der politischen und nationalen Identitätsbildung und nicht zuletzt im Bereich der Körperpflege und der Schamnormen. Anhand umfangreicher Analysen der originären Quellenschriften kann der Autor dem problematischen Begriff sein ideologisches, mentalitätsgeschichtliches Umfeld zurückgewinnen, das allein zu erklären vermag, weshalb "Reinheit der Sprache" bis heute ein höchst problematischer, zwischen Restriktion und Innovation oszillierender Begriff geblieben ist. - Ein Anhang stellt die aus Luthers Schriften gewonnenen Belegstellen zum Thema "Reinheit" im Originalwortlaut (teilweise mit Übersetzungen aus dem Lateinischen) zur Verfügung.
Zur Grundlegung Rhetorischer Wirkungskraft in Der >Evidentia
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Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um eine vorwiegend historische und textimmanente Interpretation der 1776 erschienenen "Philosophy of Rhetoric" des Schotten George Campbell. Nachdem die bisherige Diskussion vor allem um eine philosophie- und rhetorikgeschichtliche Verortung des Buches bemüht war, nimmt sich diese Studie zum Ziel, den tragenden Grundgedanken des Werkes selbst freizulegen. Die Interpretation leitende These ist, daß es sich bei der "Philosophy of Rhetoric" um eine Begründung rhetorischer Wirkungskraft aus dem Geist des Empirismus handelt. Dabei wird der aus der empiristischen Philosophie David Humes stammende und für Campbell zentrale Begriff der vivacity im Rückgriff auf die antike Rhetoriktheorie als evidentia interpretiert. Die Rolle der evidentia für alle rhetorischen Wirkungsdimensionen wird in enger Anlehnung an den Text und in Auseinandersetzung mit den klassischen Rhetoriken von Aristoteles, Cicero und Quintilian gezeigt. Es zeigt sich, daß Campbell die empiristische Überzeugung vom Primat der Sinnlichkeit im Erkenntnisprozeß auf den rhetorischen Überzeugungsvorgang überträgt und die Wirkungskraft von Logos, Ethos, Pathos und Elocutio in einem anschaulichen Vor-Augen-Führen sieht.
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Der Band vereint Beiträge international ausgewiesener Experten zum Thema der Topik, die als Erbe der Rhetorik bis heute in den verschiedensten Bereichen zur Anwendung kommt und untersucht wird. Auf diese Weise wird ein Querschnitt der gegenwärtigen Forschung geboten, die zum einen historisch (Antike, Mittelalter, Neuzeit), zum anderen systematisch (Jura, Kommunikationstheorie) orientiert ist. Nach den Sammelbänden von Baeumer und Jehn ein neuer Markstein der Toposforschung.
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Im 18. Jahrhundert verliert die Rhetorik ihre herausragende Stellung im Bildungssystem, ihre Kraft gegenüber der Philosophie und ihre Bedeutung für die Poesie. Und doch erweist sie sich als unverzichtbar. Friedrich Schlegel (1772-1829) setzt sich intensiv und kritisch mit der Rhetorik auseinander. Sein romantischer Rhetorikbegriff bildet das Ende der Rhetorikgeschichten im 18. Jahrhundert. Der erste Teil dieser Studie untersucht systematisch Schlegels Vorstellungen von Rhetorik. Erläutert wird Schlegels Kenntnis und Rezeption des Kanons. Beantwortet werden Fragen nach der Bedeutung seiner 'absoluten Rhetorik' innerhalb des romantischen Theoriegebäudes, im Spiel mit romantischen Wechselbegriffen und Gedankenfiguren. Schlegels Rhetorikbegriff verläßt den rhetorischen Wirkungsrahmen: Rhetorik wird poetisiert, potenziert, verliert an konkreter Absichtlichkeit. Aber diese Romantisierung bestätigt nicht die Behauptung, Rhetorik sei um 1800 untergegangen. Im zweiten Teil der Arbeit werden - im Hinblick auf die Romantik - die Gegenläufigkeiten in der Rhetorikgeschichte und die jeweils zugrundeliegenden Rhetorikbegriffe dargestellt. Die konträren Thesen 'Verfall' oder 'Weiterleben' der Rhetorik im 18. Jahrhundert betreffen unterschiedliche Aspekte des rhetorischen Phänomens. So sehr einerseits rhetorische Intentionalität aufgehoben wird, werden andererseits in der Romantik Bedingungen für eine 'rhetorische Vernunft' neu ermöglicht. Schlegels 'unbestimmte Rhetorik' steht am Anfang der Transformation der Rhetorik in die moderne Literatur sowie einer Berufung auf Rhetorizität - und also auch am Beginn der gegenwärtigen Entgrenzung des Rhetorikbegriffs.
Selbstanrede ALS Abweichungs- Bzw. Parallelphänomen Der Kommunikation
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Die Absonderung der organisierten Veteranenkultur von der bundesdeutschen Kulturentwicklung spätestens seit den 1970er Jahren, der enge ideologische Rahmen und die Statik der in ihm vorgetragenen Werte, Haltungen und Orientierungsmuster bieten ideale Voraussetzungen, um die an eine klar umgrenzte Sprechergruppe gebundene Konstitution eines kulturellen Gedächtnisses zu rekonstruieren. Die Analyse von Volkstrauertagsreden und Gesprächen mit ihren Verfassern demonstrieren eine geradezu modellhafte Geschlossenheit der in ihnen vorgetragenen Verständigungsmuster. Die Traditionen der klassisch-epideiktischen Redegattung der Funeralrede und ihre methodische Erschließung durch die rhetorische Topik-Theorie ermöglichen Einblicke in den Leittopos der Kameradschaft, der mit den an ihn assoziierten Memorialtopoi ein kommunikatives in ein kulturelles Gedächtnis zu überführen versucht. Diese Erinnerungsmuster sind nicht notwendigerweise an die Erfahrung gebunden. Als Orte eines artifiziellen, d.h. rhetorisch durchformten Gedächtnisses dienen sie weniger einer konkreten historisch-faktischen Rekonstruktion, als vielmehr der Bewältigung biographischer Schlüsselerlebnisse. So abseitig die fokussierten Quellen (die sich in wesentlichen Punkten von jenen Kriegserinnerungen unterscheiden, die in den literarischen Kanon aufgenommen wurden) auf den ersten Blick wirken mögen, so ergiebig gestaltet sich ihre Untersuchung unter dem Forschungsparadigma der Kriegsbewältigungsstrategien.
Transformationen Antiker Und Moderner Rhetorik Bei Johann Gottfried Herder
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Johann Gottfried Herder ist vielfach bis heute Symbolfigur für die Überwindung "der" Rhetorik im Sturm und Drang. Doch diesem Befund widerspricht nicht nur Herders umfangreiche Redepraxis, sondern auch seine bisher kaum beachtete Aneignung von Rhetorik und sein fast unbekannter Einspruch gegen Kants Verurteilung der Disziplin. Unter Berücksichtigung des Gesamtwerks und zahlreicher handschriftlicher Quellen wird hier deshalb erstmals auf breiter Basis Herders umfangreiche Auseinandersetzung mit der antiken und zeitgenössischen Rhetorik aufgearbeitet und seine Rhetorikrezeption in Beziehung zu den Rhetorikkonzepten seines Umfeldes gesetzt. So wird ein komplexes Ineinander von Kritik, Anwendung und Transformation rhetorischen Theorie- und Praxiswissens in Herders Lebenswerk sichtbar.
Die interdisziplinär angelegte Untersuchung folgt Herders Thematisierung und struktureller Aufnahme verschiedener Rhetorikformen im pädagogischen, theologisch-homiletischen, philosophischen, politischen und literarischen Diskurs und zeigt die Unterschiedlichkeit der situativen und systematischen Konnotationen des Rhetorikbegriffes im historischen Zusammenhang. Mit im Blick sind dabei immer das auch für Herders Theoriediskurs konstitutive praktische Interesse und seine Selbstzeugnisse als Prediger und Schulredner. In einem editorischen Anhang werden verschiedene Quellentexte und -dokumente erstmals zugänglich gemacht.