Der vorliegende Kommentar zu Lukas schliet sich der neueren Sicht an, dass dieses Evangelium ein zutreffendes Bild vom Judentum der Zeit Jesu zeichnet. Im Anschluss an Adolf Schlatter wird die These vertreten, dass Lukas uber eine Sonderuberlieferung verfugte, die von der Vorgeschichte bis zur Auferstehung reichte. Diese ursprunglich hebraisch-aramaische Quelle entstand in torahtreuen judenchristlichen Kreisen, die sich in Jerusalem und Judaa um Angehorige der Grofamilie Jesu sammelten. Als Autor des Evangeliums kann man den Arzt und zeitweiligen Paulus-Begleiter Lukas identifizieren und das Werk vor 70 n. Chr. datieren. Diese Urteile werden in einer ausfuhrlichen Einleitung begrundet. Die Auslegung berucksichtigt nicht nur die theologischen Aussagen des Lukas, sondern geht auch immer wieder den Weg zu Geschichte und Verkundigung Jesu zuruck. Der erste Band umfasst die Kapitel 1 bis 10.