Briefbucher als serielle Schlusselzeugnisse fur die Diplomatie und Auenbeziehungen norddeutscher Stadte im Spatmittelalter am Beispiel der Stadte Braunschweig und Hildesheim. Leve getruve frunde , liebe getreue Freunde mit diesen Worten beginnen zahlreiche Briefe, welche die Rate norddeutscher Stadte im spaten Mittelalter einander wechselseitig zuschickten. Aufbewahrt wurden die jeweils ausgehenden Schreiben in sogenannten Briefbuchern, die einen interessanten und umfassenden Einblick in die stadtischen Au enbeziehungen zu dieser Zeit bieten. Tatsachlich bilden die in den Briefbuchern bewahrten Stucke die gesamte Bandbreite stadtischer Diplomatie ab: von der Korrespondenz innerhalb der gro en Bundnisse wie dem Sachsischen Stadtebund oder der Hanse uber Konflikte mit dem Landesherren bis hin zu kleineren Handelsstreitigkeiten und Vermittlung in Rechtsstreitigkeiten zwischen einzelnen Burgern. Die in den Stadtarchiven von Braunschweig und Hildesheim uberlieferten Briefbucher im Besonderen, welche hier im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen, erlauben dabei nicht nur einen Einblick in die Geschicke und das pralle Leben dieser beiden Stadte wahrend der zweiten Halfte des 15. Jahrhunderts, sondern daruber hinaus auch einen Vergleich zwischen zwei bedeutenden norddeutschen Kommunen.