Klassiker jenseits der Klassik
Wilhelm Heinses 'Ardinghello' - Individualitätskonzeption und Rezeptionsgeschichte
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Wilhelm Heinses 'Ardinghello' - Individualitätskonzeption und Rezeptionsgeschichte
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Les traductions françaises de l’œuvre de Paul Celan (1971-2010)
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Zur Theorie der Zeitung in Deutschland zwischen dem 17. und dem mittleren 19. Jahrhundert
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Problemgeschichte der literarischen Utopie im späten 18. Jahrhundert
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Romanheldinnen des 18. und 19. Jahrhunderts
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Archäologie einer Medientheorie
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Archäologie einer Medientheorie
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Fallstudien zu einer Medienpathologie
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Am Leitfaden einer Geschichte von 'Verstellung' und 'Verstellungskunst' markiert die Untersuchung denjenigen historischen Umbauprozeß, in welchem die überkommenen rhetorisch-politischen Interaktions- und Kommunikationsformulare durch die aufklärerischen Ausdrucks- und Verstehenskonzepte ersetzt werden. Katalysator dieses Prozesses ist ein sich spätestens seit den 1720er Jahren etablierendes anthropologisches Wissen, das den Menschen und seinen Ausdruck in direkter Absetzung von der persona und ihrer actio konzipiert. Von dem kritischen Zugriff des modernen anthropologischen Wissens auf eine nun als vormodern verstandene rhetorische Tradition distanziert sich die Untersuchung. Mit Hilfe der Vorgaben von Begriffsgeschichte und historischer Semantik, strukturalistischer Sprach- und poststrukturalistischer Schrifttheorie sowie systemtheoretischer Analysen zum Verhältnis von Bewußtsein und Kommunikation gelingt es, die rhetorischen Beschreibungen kommunikativer Prozesse neu zur Geltung zu bringen.
Lektüren Zur Poetik Des Historischen Romans
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Unter Besonderer Berücksichtigung Von Carl Sternheims »Europa« Und Franz Jungs »Proletarier«
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Die Untersuchung schließt eine Forschungslücke, indem sie das Problemfeld der literarischen Masse mit ihren sozialen, politischen, kulturgeschichtlichen und massenpsychologischen Implikationen absteckt und bestimmt, eine kritische Bestandsaufnahme der bisherigen Forschungen vornimmt und das besondere Gestaltungsproblem der 'erzählten Masse' entwickelt und an Textbeispielen konkretisiert. Hoffmann, Poe, Hugo, Vigny, Dickens, Zola markieren wichtige Stationen auf dem Weg zu einer rhythmisch dynamisierten Massengestaltung, die in den avancierten Schreibverfahren der literarischen Moderne nach dem Ersten Weltkrieg entwickelt wird. In Detailinterpretationen werden die verschiedenartigen Erzählstrategien der Massendarstellung von Sternheim und Jung analysiert.
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In Einzeluntersuchungen, Längs- und Querschnitten entsteht ein für die deutsche, englische und französische Literatur tragfähiger Begriff des literarischen Realismus im 19. Jahrhundert. Neben den genannten Autoren werden ausführlich auch Flaubert, George Eliot und Fontane einbezogen. Abgrenzungen ergeben sich einerseits etwa zu Goethe, andererseits v.a. zu Zola und zur literarischen Moderne. Der theoretische Teil der Untersuchung ist an der pragmatischen Erkenntnistheorie orientiert, die in vielen Traditionen 'von Kant zu Peirce' führt und deren zentrale Begriffe sich als literarisch fruchtbar erweisen. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht eine Interpretation des "Grünen Heinrich" in vergleichender Perspektive; den immer neuen Erzählstrukturen und Wirklichkeitsentwürfen, die Keller für seine Geschichte erprobte, lassen sich jeweils Beispiele aus der europäischen Literatur zuordnen: von K. Ph. Moritz über den jungen Flaubert, Charlotte Brontë, die Goncourt und andere, bis zu Joyce und Proust. Die Untersuchung arbeitet eng an den Texten und enthält insbesondere in den mehr theoretischen Teilen viele anschauliche Beispiele. Alle Kapitel sind so geschrieben, daß sie jeweils auch für sich gelesen werden können.
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In seiner singulären Weise, künstlerische und theoretische Diskurse zu initiieren, zu transformieren und mit politischer Praxis zu verbinden, braucht Carl Einstein (1885-1940) den Vergleich mit den großen kritischen Geistern unseres Jahrhunderts nicht zu scheuen. Stets "weit an der Spitze" (Gottfried Benn) der europäischen Avantgarde, ob sie nun Expressionismus, Kubismus, Dada oder Surrealismus heißen mochte, vermittelt er zwischen den Künsten, Nationen und Kulturen. Sein literarisches Frühwerk "Bebuquin oder die Dilettanten des Wunders" (1906-1909) kann als kubistische Prosa avant la lettre verstanden werden. Seine "Negerplastik" (1915) begründet eine Theorie primitiver Kunst. Ethnologie und Psychoanalyse münden in Einsteins surrealistische Ästhetik, die 1934 unter dem Titel "George Braque" erscheint. Weltwirtschaftskrise und nationalsozialistische Machtergreifung ruinieren den freien Schriftsteller, der nach dem großen Erfolg seiner "Kunst des 20. Jahrhunderts" (1931 in 3. Auflage) in Deutschland 'halb' in Vergessenheit geriet (Helmut Heißenbüttel). Seine "kometarische" Laufbahn (Franz Blei) wird erst heute, aus dem Blickwinkel der Postmoderne, überschaubar und verständlich.
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Die hier vorgelegten Studien zielen darauf ab, komparatistische Vorarbeiten zu einer Geschichte der deutschen Lyrik im 20. Jahrhundert zu leisten, möglicherweise auch einer internationalen Geschichte der modernen Lyrik den Weg zu bereiten, indem sie das Verhältnis zwischen nationalen Traditionen und internationalen Einflüssen in der Geschichte der neuesten deutschen Lyrik untersuchen. Vermittlung und Rezeption der französischen und nordamerikanischen Gegenwartslyrik seit 1920 stehen im Zentrum des Interesses, doch werden weitere Poesien mitberücksichtigt. Dabei werden am Beispiel wichtiger ausländischer Dichter wie Apollinaire, T.S. Eliot, Ezra Pound, W.C. Williams, F. O'Hara sowie die Surrealisten u.a. die im deutschen Sprachraum für die moderne Lyrik verzögerten Möglichkeiten der Vielfalt studiert.
»A La Recherche Du Temps Perdu« de M. Proust Et »Der Mann Ohne Eigenschaften« de R. Musil
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In den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts ist eine auffallende Konjunktur von Dialogromanen zu konstatieren, d.h. von Romanen, in denen wie in für die Aufführung gedachten Theaterstücken Sprecherrollen, Regieanweisungen und Dialogwechsel typographisch gekennzeichnet werden. Von diesem Textkorpus aus richtet sich die Fragestellung auf Genese und Funktion des Dialogs in Prosatexten im allgemeinen. Im Mittelpunkt steht deutsche und französische Dialogprosa der Zeit zwischen 1770 und 1800; ergänzt um die Vorgeschichte seit der Frühaufklärung und einen Ausblick auf das beginnende 19. Jahrhundert, um Entwicklungslinien deutlich zu machen. Während jedoch im verwandten und als vergleichbare Gattung heranziehbaren Briefroman der Brief dem Medium Schrift verpflichtet bleibt, markiert der Dialog die Schnittstelle zwischen Schriftlichkeit und Mündlichkeit. Es scheint daher sinnvoll, die dialogische Literatur nicht unter Gattungsgesichtspunkten zu untersuchen, sondern vor dem Hintergrund sich wandelnder Kommunikationsverhältnisse, im Zusammenhang der Geschichte von Schrift, Druck, Alphabetisierung und Lektüre. Anhand der poetologischen Diskussion um das zentrale Stichwort der 'Vergegenwärtigung' wird zunächst die theoretische Programmatik des Dialogs als 'fingierter Mündlichkeit' vorgestellt und in einem weiteren Kapitel deren Relevanz für die zeitgenössische Pädagogik erläutert, bevor in Einzelanalysen der Dialogromane von Wezel und populären Schriftstellern der Spätaufklärung, von Klinger, Wieland, de Sade, Diderot und Rousseau der je spezifische Einsatz der literarischen Technik Dialog konturiert wird.
Sekundärliteratur 1945-1988
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Die Bibliographie will die Forschungen zu den internationalen Zusammenhängen der Gegenwartslyrik unterstützen. Das ursprünglich literarhistorische, vor allem rezeptionsgeschichtliche Sammelinteresse wurde im Laufe der Arbeit erweitert um andere komparatistische Fragestellungen, die eine weite Auslegung des Ausdrucks 'literarische Beziehungen' erfordern, von verschiedenen Aspekten der Intertextualität, des typologischen Vergleichs, der Vermittlung, der Übersetzung bis zu methodologischen und literaturpolitischen Fragen. Das Buch versteht sich als Ergänzung zu "Europäische und nordamerikanische Gegenwartslyrik im deutschen Sprachraum 1920–1970. Studien zu ihrer Vermittlung und Wirkung" vom gleichen Verfasser, doch ist es so angelegt, daß es eigenständig benutzbar ist.
Die Arbeit ordnet sich in die Perspektiven einer international orientierten, insbesondere einer europäischen Literaturwissenschaft ein. Erstmals werden gleichermaßen west- und osteuropäische Poesien, tatsächlich zahlreiche 'große' und 'kleine' Sprachen berücksichtigt. Hinzukommen Titel zur englischsprachigen nordamerikanischen und zur lateinamerikanischen Lyrik.
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Alfred Döblins November 1918
1 744 kr
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Die Relation von Literatur und Geschichte ist für jeden historischen Roman zentral. Die 'Geschichtlichkeit' der Gattung ist in der bisherigen Forschung meist durch den Wirklichkeitsbezug definiert und der Fiktionalität des Literarischen entgegengesetzt worden. Entwickelt man die Gattungstheorie aber von der Praxis der Lektüre her, so erscheint das Historische auch im Roman in erster Linie als eine sprachliche und narrative Rezeptionssteuerung. Jeder historische Roman kann und muß damit zunächst als Historiographie gelesen werden. Auch das Revolutionsepos "November 1918" von Alfred Döblin (1878-1957) läßt sich intertextuell und interdisziplinär in einen nationalen und internationalen Kontext von 'Revolutionsgeschichten' stellen. Anders als historiographische und publizistische Revolutionsdarstellungen kann "November 1918" jedoch seine eigene Textualität reflektieren und ermöglicht so ein anderes Lesen von Geschichte und Revolution. Das 'Literarische' des historischen Romans kann so exemplarisch über bestimmte Lektüreformen nachgewiesen werden, bleibt aber notwendig und widersprüchlich auf die historiographische Rezeptionsweise bezogen. Das 'Zwitterhafte' dieser Gattung wird somit entgegen gängiger literatur- und gattungstheoretischer Paradigmen nicht zugunsten der Literarizität verkürzt, sondern zum Ausgangspunkt einer interdiskursiven und interdisziplinären Untersuchung gemacht.
Stefan Georges Rituale Der Literatur
1 841 kr
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Rituale haben eine soziale und eine ästhetische Dimension. Rituale können sozial wirksam sein, weil sie auch ästhetisch in den Bann ziehen. Beides gehört unauflösbar zusammen. Das Werk Stefan Georges (1868–1933) stellt in der deutschen Literaturgeschichte der Moderne den bedeutendsten und konsequentesten Fall einer Ästhetik des Rituals dar. Unter der Kategorie des Rituals läßt sich die für George selbst wichtige innere Einheit von Leben und Werk rekonstruieren. Georges Werk ist gleichsam ein einziges Übergangsritual, das die deutschsprachige Lyrik dem europäischen Ästhetizismus und Symbolismus geöffnet hat. Seine Rituale der Literatur entfalteten früh ihre soziale Bindekraft im Kreis der Jünger. Sie waren entscheidend für die große, aber erst ansatzweise erforschte Wirkung Georges auf die deutsche Literatur, auf die Politik und auf die Universitäten. Im Unterschied zu früheren Interpretationen wird in dieser Arbeit, nach einer Übersicht über Tendenzen und Dispositionen zum Rituellen um 1900 und besonders in der französischen Moderne, das Katholische im Werk Georges stärker betont. Georges Rituale der Literatur nutzen intensiv das ästhetische Potential des katholischen Kultus.