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Der vorliegende Band enthält die Vorträge, die 2018 anlässlich der zweiten internationalen Tagung über das antike, fragmentarisch erhaltene Drama, The Forgotten Theater, in Turin gehalten wurden. Alle Beiträge wurden auf der Basis der Diskussion und der bisher erschienenen Forschungsliteratur überarbeitet und einem Peer-Review unterzogen.Die jährlich stattfindenden Tagungen The Forgotten Theater haben sich zum Ziel gesetzt, die wissenschaftliche Beschäftigung mit fragmentarischen Texten nicht nur des griechischen und römischen Theaters, sondern auch der anderen performativen Traditionen des Mittelmeerraums in interdisziplinärer Zusammenarbeit weit über die altertumswissenschaftlichen Disziplinen hinaus und unter Berücksichtigung der in den letzten Jahren entstandenen methodischen Diskussionen über den Umgang mit Fragmenten und zeitgenössischer Aufführungen voranzubringen.
805 kr
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Das Szenische in den Künsten und Kulturpraktiken bringt unzählige Formen des Berührens hervor. Film, Theater, Oper, Performance und Ausstellung, aber auch Kulturtheorie und Philologie prägen ihre Medialität nicht zuletzt über das Taktile und Affektive, das Berühren und Berührtwerden, aus. Dabei werden Nähe- und Distanzverhältnisse, Phantasmen der Unmittelbarkeit, der Ansteckung oder der Überwältigung genauso ausgehandelt wie etwa Formen der Bildlichkeit, Begrifflichkeit und Körperlichkeit. Unter dem Schlagwort ‚tangieren‘ untersucht der Band Szenen des Berührens aus historischen und systematischen Perspektiven. Wie lässt sich die Spannung zwischen Distanzverlust und Aussteuerung im Berühren – an der Nahtstelle von ästhetischen Verfahren und Rezeption – beschreiben?
903 kr
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Das Thema Landschaft hat um 1900 Konjunktur. Agnes Hoffmann rekonstruiert am Beispiel des erzählerischen Werks von Henry James und Hugo von Hofmannsthal seine Relevanz für die literarische Moderne. Im Gegensatz zur verbreiteten Diagnose einer ›Abkehr‹ von Natur in der Erzählliteratur um 1900 zeigt die Studie, wie bei James und von Hofmannsthal im Gegenteil traditionsreiche Modelle der Landschaftsästhetik aufgegriffen und vor dem Hintergrund ideengeschichtlicher Umbrüche der Jahrhundertwende für eine Standortbestimmung des modernen Menschen und der Kunst fruchtbar gemacht werden. Die Quellenstudie wird begleitet von Seitenblicken auf die visuelle Kultur der Zeit sowie Konzeptionen von Landschaft in ästhetischer Theorie, Kulturanthropologie und Phänomenologie im Untersuchungszeitraum. Erkennbar werden auf diese Weise vielfältige interdisziplinäre Verknüpfungen des literarischen Landschaftsdenkens mit benachbarten Diskursen.
772 kr
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Die zweibändige Monographie „Maskenspiel und Seelensprache“ widmet sich der Spannung zwischen Robert Schumanns romantischer Musikästhetik und Heinrich Heines postromantischer Dichtungsästhetik. Hierbei untersucht Ingo Müller sowohl den Bezug von Schumanns liedästhetischen Auffassungen zur literarischen Romantik als auch die spezifischen dichtungsästhetischen Tendenzen von Heines früher Lyrik (Bd. 1). Die anschließenden Gedicht- und Liedanalysen sämtlicher Heine-Sololieder Schumanns beleuchten aus literatur- und musikwissenschaftlicher Perspektive jene ästhetische Spannung im Detail und lassen Konvergenzen wie Divergenzen zwischen Dichtung und Vertonung deutlich hervortreten (Bd. 2). Auf diese Weise leistet die Studie einen interdisziplinären Beitrag zur weiteren Erforschung von Heines lyrischem Frühwerk und Schumanns Liedschaffen. Zugleich stellt sie ein Kompendium zu Heines „Buch der Lieder“ und Schumanns Vertonungen dar, das neben den ausführlichen Einzelbetrachtungen der Werke einen aktuellen Überblick über die weit verzweigte internationale Forschungsliteratur bietet.
1 191 kr
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Die zweibändige Monographie „Maskenspiel und Seelensprache“ widmet sich der Spannung zwischen Robert Schumanns romantischer Musikästhetik und Heinrich Heines postromantischer Dichtungsästhetik. Hierbei untersucht Ingo Müller sowohl den Bezug von Schumanns liedästhetischen Auffassungen zur literarischen Romantik als auch die spezifischen dichtungsästhetischen Tendenzen von Heines früher Lyrik (Bd. 1). Die anschließenden Gedicht- und Liedanalysen sämtlicher Heine-Sololieder Schumanns beleuchten aus literatur- und musikwissenschaftlicher Perspektive jene ästhetische Spannung im Detail und lassen Konvergenzen wie Divergenzen zwischen Dichtung und Vertonung deutlich hervortreten (Bd. 2). Auf diese Weise leistet die Studie einen interdisziplinären Beitrag zur weiteren Erforschung von Heines lyrischem Frühwerk und Schumanns Liedschaffen. Zugleich stellt sie ein Kompendium zu Heines „Buch der Lieder“ und Schumanns Vertonungen dar, das neben den ausführlichen Einzelbetrachtungen der Werke einen aktuellen Überblick über die weit verzweigte internationale Forschungsliteratur bietet.
380 kr
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Im Zentrum des Buches steht die textnahe Interpretation dreier Gedichte aus verschiedenen Schaffensphasen Eduard Mörikes: Sehnsucht, Bildniß der Geliebten und Erinna an Sappho. Dabei spielen die bislang übersehenen Adaptationen antik-heidnischer und biblischer Texte eine besondere Rolle. Aber auch hinsichtlich der Einbettung in Mörikes Biographie und des Verhältnisses zu seiner Tätigkeit als Lehrer und als Übersetzer antiker Poesie werden neue Resultate vorgetragen.
428 kr
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Der vorliegende Band widmet sich den Einspielungen von Sir András Schiff zu J.S. Bachs »Goldberg-Variationen«, BWV 988. Neben den Untersuchungen zur Interpretation werden die »Goldberg-Variationen« ferner als modellhaftes Werk der Klavierliteratur in Bezug auf formale wie rezeptionshistorische Aspekte gewürdigt.
642 kr
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Obduktionen sind heute omnipräsent. In der Obduktion, so heißt es immer wieder, erzählt eine Leiche ihre Geschichte. Der tote Körper erscheint als Text, den Rechtsmediziner*innen lesen und der alle Details um den Tod und das Leben des Opfers bereithält. In ihrer Studie zeigt Stephanie Langer, dass dieses Konzept von einer genuin gegenwärtigen Rhetorik geprägt ist, indem sie die Kultur- und Mediengeschichte der Rechtsmedizin in Goethezeit, Moderne und Gegenwart nachvollzieht. Anhand ausgewählter literarischer Texte, die mit zeitgenössischen Fällen kontextualisiert werden, fragt sie nach den Medien und den Metaphern der Rechtsmedizin sowie nach dem Einsatzpunkt von Literatur in der Geschichte des toten Körpers.
856 kr
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Iacopo Sannazaros „Arcadia“ (1504) ist der erste Schäferroman der europäischen Literatur und hat eine beispiellose Wirkungsgeschichte durchlaufen. Die Liste von Sannazaros Nachahmern umfasst außerhalb Italiens Garcilaso, Montemayor, Cervantes, Sidney, d’Urfé und Opitz, ließe sich auf bildende Kunst und Musik ausdehnen und beliebig fortsetzen. Sannazaro schildert den Aufenthalt des unglücklich verliebten Neapolitaner Edelmanns Sincero unter den Hirten Arkadiens und bedient sich in seinem Prosimetrum einer reichen Zitatenfülle aus den Werken der von ihm bewunderten antiken und italienischen Klassiker.
Franziska Merklins Übersetzung der „Arcadia“ enthält eine Einführung, die Sannazaros Schäferroman deutet und seine Rezeptionsgeschichte nachzeichnet, einen Kommentar und ein erklärendes Verzeichnis der Eigennamen.
788 kr
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Symbolisch unter die Gestalten des Orpheus und der Medusa gefasst, beleuchtet dieses Buch konträre Poetiken der italienischen Oper dreier Jahrhunderte. Dabei werden neben theoretischen Texten vor allem die Librettodichtung, aber auch die Musik und die Gesangskunst unterschiedlicher Epochen in den Blick genommen. Die Leitfrage richtet sich auf die historisch verschiedenen Konzepte der Oper als intermediales Kunstwerk, dominant vom Text her betrachtet. Von den Orpheus-Opern ab 1600 reicht der Bogen bis zu D’Annunzios Entwurf einer Theaterpoetik des Medusenhaupts in dem Künstlerroman Il fuoco aus dem Jahr 1900.
723 kr
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Der Irrtum ist nicht nur Teil der anthropologischen Grundbestimmung des Menschen und Movens der philosophischen Wahrheitssuche, sondern auch ein wesentliches Element literarischer Gestaltung, etwa als dramaturgisch notwendiger Fehltritt (Hamartia), als ein Überraschung generierendes Ereignis und als Initiator oder Komplize des Zufalls, des Schicksals oder des Unbewussten und Verdrängten. Literarische Figurationen des Irrtums sind auf verschiedenen Ebenen des Erzählens nachweisbar: auf Figuren- und Erzählerebene, in thematischer wie struktureller Hinsicht sowie als poetologisches Prinzip, d.h. etwa im Verhältnis zwischen (ironischem) Text und seinen LeserInnen. Der vorliegende Aufsatzband geht dem Irrtum als ungeplanter Abweichung vom Erwarteten und, damit verbunden, dem kreativen und produktiven Potenzial in seiner literarischen und poetologischen Gestaltung nach. Mit Beiträgen vonFrederike Felcht, Henrike Fürstenberg, Hanna Eglinger, Joachim Grage, Dag Heede, Unni Langås, Patrick Ledderose, Stig Olsen, Clemens Räthel, Joachim Schiedermair, Antje Wischmann und Erik Zillen.
1 544 kr
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Seit der Antike wird die Melancholie von Denkern, Dichtern und Künstlern sowohl verteufelt als auch zur Muse erklärt: Die vorliegende Arbeit zeigt, dass Hugo von Hofmannsthal in seinem Werk Repräsentationen und Bewertungen des Phänomens aufgreift, die aus einer über 2500 Jahre währenden Diskursgeschichte stammen. In dieser Assemblage wird die Idee der schöpferischen und der destruktiven Schwermut sichtbar, die in Verbindung mit Künstlertum und Krankheit steht. Bahnbrechende Texte von Robert Burton, John Milton und Walter Benjamin stehen ebenso im Zentrum der Studie wie die melancholischen Protagonisten und Randfiguren, die im Gewand von Hamlet, Pierrot oder dem Menschenfeind in Erscheinung treten. Außerdem verbirgt sich die Schwermut in Bildern und körperlichen Gesten, die Hofmannsthals Texte, insbesondere zahlreiche Fragmente, aufgreifen. Zwischen Dichtung, den bildenden Künsten und dem Tanz entsteht so ein Netz aus intermedialen und intertextuellen Bezügen, die das ambivalente Wesen der Melancholie zum Ausdruck bringen.Ausgezeichnet mit dem Gerhart-Baumann-Preis 2019.
811 kr
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Das Buch untersucht einen Aspekt deutscher Theatergeschichte, der auch für den gegenwärtigen Blick auf theatrale Rezeption und Phänomenologie relevant ist. Die historische, diskursive und politische Situierung kanonischer Dramen zeigt, dass das »dramatische Theater« selbst Teil kultureller und theatraler Praxis ist. Die Dramen von Lessing und Kleist operieren mit einem breiten Spektrum theatraler Techniken (etwa Teichoskopie, Ekphrasis, Maskerade und Mise en abyme), die die imaginative Teilhabe des Publikums zu fördern, formen und lenken suchen. Neben der Darstellung von Einbildung auf der Handlungsebene reflektieren die Dramen den eigenen medialen Status, indem sie Folgen und Reformierung »falscher« Einbildung in Szene setzen.
741 kr
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Tango entstand im späten 19. Jahrhundert als anfänglich vulgär konnotierte Musik- und Tanzform in den Metropolen des Río-de-la-Plata-Raumes (Argentinien/Uruguay). Durch seine früh einsetzende Mediatisierung (Tonträger, Radio, Film) konnte er sich in Europa etablieren, bevor er in den 1930er bis 1950er Jahren in seinem Ursprungsgebiet ein Massenpublikum fand. Durch das Revival in Europa in den 1980er Jahren wurde auch im Río-de-la-Plata-Raum die Tangobegeisterung neu entfacht.
Tango erscheint als Medienprodukt, das über soziale Schichten sowie regionale und nationale Grenzen hinweg konsumiert werden kann. Nicht nur Tanz und Musik, sondern auch die Liedtexte, eine bestimmte Bildsprache sowie ein spezifischer Habitus machen Tango zu einem popkulturellen Phänomen, dessen historische, soziale und mediale Dimensionen in den 13 Beiträgen des vorliegenden Bandes untersucht werden.
655 kr
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Karl Kraus nannte Österreich die »Versuchsstation des Weltuntergangs«, aber bemerkte auch, »[d]ie Straßen Wiens sind mit Kultur gepflastert, die Straßen anderer Städte mit Asphalt«. Hugo von Hofmannsthal bescheinigt der österreichischen Literatur, sie sei »Fiktion«; es gebe nur »eine deutsche Literatur, und in dieser die von Österreichern hervorgebrachten Werke«.Österreich ist demnach ein nicht ganz einfaches Thema. Unumstritten bleibt indes, dass Österreich ab dem 19. Jahrhundert zu einem impulsgebenden Zentrum der deutschsprachigen Literatur und Kultur wird. So versammelt der Band Topos Österreich Arbeiten aus der Literatur- und Kulturwissenschaft mit Schwerpunkt auf der österreichischen Literatur der österreichischen Moderne.
1 098 kr
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Mit der Unfall-Literatur behandelt die Verfasserin ein Genre, das nicht erst durch Höhenkammtexte von AutorInnen wie Franz Kafka und Robert Musil an Aufmerksamkeit verdient. Wenigstens seit dem 19. Jahrhundert fordern technische Katastrophen durch ihre neue Kontingenzerfahrung und ihren wahrnehmungsbedingten Entzug die kollektive Einbildungskraft heraus. Die vorliegende Studie geht von der These aus, dass die Unfall-Texte der literarischen Moderne (1880–1930er Jahre) einen Mythos ausbilden, der in ein produktives Spannungsverhältnis zu den neuen Massenmedien und Diskursen wie der Thermodynamik und der Physiologie gerät. Seine vielgestaltige Transformation wird entlang dreier Narrative nachvollzogen, die, ausgehend von den Risikosphären des Naturalismus (Hauptmann, Langmann, Zola, Alberti) hinüber zu den avantgardistischen Schöpfungsgeschichten (Marinetti, Höch, Jünger, Hesse) bis hin zu den medienreflexiven Kurztexten der Klassischen Moderne (Mann, Kafka, Bierbaum, Musil), einen facettenreichen Einblick in die Erzählweisen, Deutungspraktiken wie auch ästhetischen und rhetorischen Verfahren des Unfall-Mythos bieten.
445 kr
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Der Band widmet sich Strabon, einem Geographen aus Augusteischer Zeit, der in seinem geographischen Werk zahlreiche Texte aus klassischen Tragödien und Komödien zitiert und den man als einen wichtigen Zitatträger für dramatische Texte ansehen kann. Die Monographie widmet sich einigen Fragen: Woraus zitiert Strabon? Konnte er die Texte der tragischen und komischen Dichter noch direkt lesen? Benutzte er Anthologien? Aus welcher Quelle stammen die Zitate? Mit welcher argumentativen Absicht wurden in einem geographischen Handbuch Verse aus dramatischen Texten angeführt? Die Untersuchung dieser Fragen versucht, zu der dramatischen Fragmentforschung sowie der literarische Kunst Strabons beizutragen.
1 244 kr
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Die Autorin verfolgt in den Aufsätzen und Essays dieses Buches Strukturen von Zeit als gestaltendem Faktor von Choreografien. Wie verschränken sich in der Produktion, Darstellung und Wahrnehmung eines Tanzstücks Konzepte und Körpererfahrungen von Zeitlichkeit? Und in welcher Weise ist die Spannung von Flüchtigkeit und Dauer, von Vergangenheit und Zukünftigkeit Basis und Ausdrucksgestalt tänzerischer Praxis? Theorien und Philosophien der Zeit werden von der Prozessualität des Tanzes her gelesen. Die Nachträglichkeit historischer Reflexion und die Schichtungen von Geschichte, die in Archiven und kulturellem Gedächtnis gelagert sind, bilden Schlüsselkonzepte der Analyse. Das Buch fokussiert Tanz und Choreografie in der Moderne und im contemporary dance.
722 kr
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Das zweisprachige Erzählwerk Karen Blixens / Isak Dinesens weist vielfältige Spuren aus der »ganzen Welt« auf, die auf unhintergehbare Zusammenhänge und Fernwirkungen deuten: Beziehungen zu fernen Orten, Figuren der Mobilität und der Fremdheit, einen ›global mix‹ der formalen Verfahren, unzählige Verweise auf weltliterarische Intertexte und provokative Weltentwürfe. Eine globalisierungstheoretisch inspirierte Perspektive konzentriert sich erstmals auf dieses bislang kaum beachtete Charakteristikum des Weltbezugs, der in Anekdoten, Figuren und Tropen des Werks niedergelegt ist. Durch ihre Welthaltigkeit reflektieren die Erzählungen Modelle und Dynamiken von Globalität, durch ihre Ästhetik inszenieren sie Fremdheit und Vernetzung gleichermaßen.
419 kr
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Dieser Band untersucht die Erkennbarkeit von Manipulationen und Fälschungen der Informationen im klassischen Altertum sowie in der dem Altertum gewidmeten Forschung. Die sieben Aufsätze bieten neue Perspektiven auf Fragen und Probleme, die unterschiedliche literarische Gattungen sowie Kulturgebiete betreffen.Mit Beiträgen vonFranco Montanari, Bernhard Zimmermann, Mario Capasso, Maria Pia Pattoni, Michele Napolitano, Renzo Tosi und Alessandro Bianchi.
1 055 kr
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Das Nachdenken über die Zeit im Drama hat Tradition. Jedoch betrachten bisherige Untersuchungen die Zeit vornehmlich als dramaturgische Größe. Die vorliegende Studie fasst den Zeitbegriff weiter. Typisch moderne Zeitphänomene und -erfahrungen, wie zum Beispiel Beschleunigung, Apokalyptik oder Nostalgie, werden anhand von über 20 Dramen aus Skandinavien näher untersucht. Die analysierten Texte reichen von Ibsens »John Gabriel Borkman« und Strindbergs »Ein Traumspiel« bis zu aktuellen Stücken von AutorInnen wie Line Knutzon, Sara Stridsberg oder Lene Therese Teigen. Die Studie zeigt die hohe Sensibilität, die Drama und Theater in Zeit-Fragen besitzen, und liefert zudem einen breiten Überblick über die gegenwärtige, skandinavische Dramatik.
455 kr
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Der Band enthält die Beiträge, die anlässlich der Sommerakademie des Kultusministeriums Baden-Württemberg zum Thema „Frauen und Frauenbild in der Antike“ gehalten wurden. Die Beiträge behandeln literaturwissenschaftliche, historische, archäologische und genderspezifische Gesichtspunkte.Mit Beiträgen vonThomas Baier, Anja Bettenworth, Christine Walde, Christoph Riedweg, Michael Lobe und Corinna Reinhardt.
638 kr
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Sprache ist nicht nur Kommunikationsmittel, sondern formt und begrenzt auch unser Verständnis der Welt. Diese Erkenntnis der Moderne hat sich in der Sprachkunst in einem zunehmend kritischen Umgang mit dem eigenen Werkzeug niedergeschlagen. Dabei fungiert Schweigen im Sinne eines gezielten Verzichts auf Worte als zentrales und produktives literarisches Verfahren zur Auseinandersetzung mit den Grenzen der Sprache. Die vorliegende Studie begibt sich auf die Spuren dieser sprachlichen Grenzgänge und untersucht die Formen und Funktionen literarischen Schweigens am Beispiel von sechs skandinavischen Erzähltexten vom späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart, wobei auch historische, soziale und mediale Entwicklungen reflektiert werden.
679 kr
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Diese Studie gilt dem erzählerischen Verfahren E.T.A. Hoffmanns und der Analyse bestimmter sprachlicher Konstellationen in seinem Werk, wie hier an exemplarischen Fällen gezeigt wird. Daraus ergibt sich das produktionsästhetische Phänomen, das die Autorin Hoffmanns »Perspektivische Ambiguitäten« nennt, ein poetologisch systematisierbarer Zugang zu seinem literarischen Verfahren, das sich einem beständigen Wechselspiel von Blickrichtungen auf diverse Erzählobjekte verdankt. Zudem arbeitet diese Monographie erstmals kohärent heraus, dass Hoffmanns Poetologie Teil seines Erzählens war. Er entwickelte sie narrativ, wobei ihre jeweiligen Rückwirkungen selbst Thema weiteren Erzählens werden – eine Besonderheit in der Prosa der Romantik.
664 kr
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Mozarts Streichquintett in D-Dur, KV 593, in der Rezeption eines französischen Filmemachers (Éric Rohmer) und eines russischen Privatgelehrten des 19. Jahrhunderts (Alexander Oulibicheff), Mozarts Klavierkonzerte als modellhaftes Hinterfragen von Intertextualität, Friedrich Guldas eigenwillige Mozartinterpretationen – die Instrumentalmusik Mozarts erweist sich als eine ungebrochen faszinierende Herausforderung für jeden an der Musik Mozarts Interessierten. Eine moderne Mozartforschung muss dabei alle Bereiche zusammenbringen: den philologischen Quellenbefund genauso wie eine moderne Rezeptions- und Interpretationsforschung, die auch den Blick auf formale Aspekte der Musik Mozarts mit einschließt.
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Die mit Leo Kestenbergs Namen verbundene Reform der Schulmusik in Preußen hat das Selbstverständnis des Fachs »Musik«, das als solches damals überhaupt erst geschaffen wurde, grundlegend geprägt. Seine Bildungsvorstellung hat Kestenberg 1921 in »Musikerziehung und Musikpflege« niedergelegt. Darin umreißt er die Hauptzüge einer umfassenden bildungspolitischen Konzeption und liefert so die Grundlage für die verschiedenen Reformmaßnahmen, die zur Umgestaltung des Bildungswesens im Bereich der öffentlichen und privaten Musikpflege führten. Die Jubiläumsausgabe seines Bildungsprogramms folgt dem Text der Ausgabe von Leo Kestenbergs Gesammelten Schriften, Band 1 (Freiburg: Rombach 2009).
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Wer liest, ist schon mittendrin im zeichenvermittelten Spiel der Begegnungen mit Worten und Texten. Die Literaturwissenschaften versuchen, dieses Spiel einsehbar zu machen. Es besteht aus Fragen und Antworten, aus Aufgaben und Lösungen im Bereich der Sprache. Der Band will Aufmerksamkeit wecken für das, was wir tun, wenn wir Texte lesen und verfassen. In fünf Kapiteln handelt er vom Lesen und Verstehen, von sprachlichen Handlungen, Strategien der Strukturierung, vom Formatieren und Komponieren in Text- und Bildmedien und von den Grundelementen philologischer Arbeit — exemplarisch und zum kritischen Mitmachen ermunternd.Mit Beiträgen von Th. Böning, H. Bosse, R. Campe, B. Dotzler, E. Greber, W. Groddeck, G. Heeg, F.A. Kittler, C. Liebrand, Ch. Lubkoll, G. Neumann, M. Niehaus, Th. Pittrof, U. Renner, M. Schneider, B. Stiegler, Ph. Theisohn, J. Trabant, K. Weimar und D. Wellbery.
327 kr
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Zu viele und zu reichliche Mahlzeiten erzeugen körperliches Leid. Diese Erkenntnis setzt eine ungewöhnliche allegorische Erzählung des 15. und 16. Jahrhunderts um: die »Condamnation de Banquet«. Sie schildert das Ränkespiel einer Personifikation des Banketts mit Leib und Leben der Gäste, das das Bankett am Ende freilich selbst mit dem Leben bezahlt. Der Stoff begegnet als imaginäre Beschreibung einer Tapisserie, als Moraltheater und nach 1500 auch als kostspielige Tapisserie-Serien. Die Kultur des Festmahls wird dabei in Frage gestellt und am Ende nach geltenden diätischen Richtlinien von Frau Erfahrung diskutiert. Solche Streitfragen zur Ernährung und damit verbundenen Unsitten haben auch heute nicht an Aktualität verloren.