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Der Band erklärt die Entstehung, Entwicklung und inhaltliche Breite der Medienkulturwissenschaft. Deren Felder werden ebenso demonstriert wie Forschungsfragen entworfen. Ein spezielles Augenmerk liegt auf interdisziplinären Verhältnissen, etwa zur Kommunikations- und Literaturwissenschaft. Zudem wird aus dieser Perspektive die Historie von Einzelmedien vorgestellt und ausgewählte Phänomene mit der medienkulturwissenschaftlichen „Brille“ skizziert. Dadurch kann die Geschichte und Philosophie der Medienkulturwissenschaft ebenso diskutiert werden wie deren Anwendungsfälle sowie ihre Positionen innerhalb eines Medienstudiums mit starkem Praxisbezug, bei dem die Theorien und Ästhetiken der Medien nicht außer Acht gelassen werden.
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Das Konzept ‚Mängelwesen‘ hat seine vielleicht bekannteste Formulierung auf dem Feld der Geisteswissenschaften durch die philosophische Reflexion von Arnold Gehlen gefunden. In seinem Buch „Der Mensch. Seine Natur und seine Stellung in der Welt“ (1940) entwirft er die nicht unumstrittene These, dass der Mensch ein solches ‚Mängelwesen‘ sei, da er weder somatisch noch auf dem Feld der Instinkte eine adäquate Anpassung an die Welt aufweisen könne. Im Vergleich zu anderen Lebensformen und Spezies sei er zudem arm an Mitteln zur Befriedigung sinnlicher Bedürfnisse. Dies führt nach Gehlen dazu, dass der Mensch situativ stetig interagieren muss und somit seine Zwecksetzungen gestalterisch einholt, um die eigene perzeptive und instinktive Mangelhaftigkeit zu kompensieren und Erfahrungsmöglichkeiten zu modellieren bzw. ggf. erhöhen. Der grundlegend anthropologische Diskurs zur Mangelhaftigkeit scheint deshalb konstitutiv mit Formen – im Sinne von Konzepten, Praktiken und nicht zuletzt Kulturtechniken – des Gestaltens zusammenzuhängen, die sich historisch konkretisieren. Der Band „Figurationen des Mangels in Ästhetik, Design- und Kunstpraktiken“ geht dieser Erkundung von singulären Entwürfen und theoretisch-historischen Konstellationen nach, den Erscheinungen der Mangelhaftigkeit und des gestalterischen Umgangs mit ihren medialen und sinnlich-somatischen Ausformungen. Dabei werden nicht allein traditionelle Konzepte und Denkfiguren der Philosophie wie etwa jene des Supplements, der Prothese oder der Entlastung neu analysiert, sondern auch zeitgenössische medienästhetische und designtheoretische Ansätze.
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Das Moment des Verausgabens zeichnet sich in einer Überschreitung ab, die Grenzen und Grenzziehungen zugleich in Frage stellt und (neu) formiert. Als Verausgabung ist wahrnehmbar und beschreibbar, was die Begrenzungen gegebener Ressourcen überwindet und einen vorhandenen Status quo überbietet. Phänomene des Exzesses und des Rausches ebenso wie des Wettbewerbs und des Überflusses thematisieren die Grenzen des Notwendigen, der Kontrolle wie auch der Souveränität.Die Beiträge des Bandes verfolgen Spuren des Verausgabens in Sprache und an Körpern, in den Feldern der Literatur, der Künste und der Medien.
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Zur Wissensgeschichte einer Fernsehform
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Als Populärmedium wurde dem Fernsehen zumindest im deutschsprachigen Wissenschaftsdiskurs wenig Beachtung geschenkt, was einerseits – denkt man an die immer noch dominierende und in die Irre leitende Unterscheidung von E- und U-Kunst – nicht verwunderlich ist, andererseits jedoch aus denselben Gründen erstaunen mag. Die unterschiedlichsten TV-Formate, Primetime-Sendungen oder Samstagabendshows in der deutschen Fernsehgeschichte sind nämlich mehr oder weniger als ein Spiegelbild ihrer (Ausstrahlungs-)Zeit aufzufassen; in ihnen schlägt sich die Erwartungshaltung ihrer Zuschauer:innen bzw. des sich von Generation zu Generation verändernden TV-Publikums nieder, das dem linearen Fernsehen unter anderem zugunsten der Streamingdienste den Rücken kehrt und für das das (digitale) Fernsehen nicht zum Momentum, sondern zum Skip-Moment wird.
Of the various popular media, television has received relatively little attention in German-language academic discourse. On one hand, this is not surprising, considering the still dominant and misleading distinction between high art (E-Kunst) and popular art (U-Kunst). On the other hand, it may seem surprising for the same reasons. The diverse TV formats, prime-time shows, or Saturday evening programs in the history of German television can be seen as reflections of their (broadcast) time. They reflect the expectations of their viewers and the changing TV audience from generation to generation, an audience that is turning its back on linear television in favor of streaming services, where (digital) television becomes not a moment to be savored, but a moment to skip.
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Als Populärmedium wurde dem Fernsehen zumindest im deutschsprachigen Wissenschaftsdiskurs wenig Beachtung geschenkt, was einerseits – denkt man an die immer noch dominierende und in die Irre leitende Unterscheidung von E- und U-Kunst – nicht verwunderlich ist, andererseits jedoch aus denselben Gründen erstaunen mag. Die unterschiedlichsten TV-Formate, Primetime-Sendungen oder Samstagabendshows in der deutschen Fernsehgeschichte sind nämlich mehr oder weniger als ein Spiegelbild ihrer (Ausstrahlungs-)Zeit aufzufassen; in ihnen schlägt sich die Erwartungshaltung ihrer Zuschauer:innen bzw. des sich von Generation zu Generation verändernden TV-Publikums nieder, das dem linearen Fernsehen unter anderem zugunsten der Streamingdienste den Rücken kehrt und für das das (digitale) Fernsehen nicht zum Momentum, sondern zum Skip-Moment wird.
Of the various popular media, television has received relatively little attention in German-language academic discourse. On one hand, this is not surprising, considering the still dominant and misleading distinction between high art (E-Kunst) and popular art (U-Kunst). On the other hand, it may seem surprising for the same reasons. The diverse TV formats, prime-time shows, or Saturday evening programs in the history of German television can be seen as reflections of their (broadcast) time. They reflect the expectations of their viewers and the changing TV audience from generation to generation, an audience that is turning its back on linear television in favor of streaming services, where (digital) television becomes not a moment to be savored, but a moment to skip.
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